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APA-Artikel 5. März 2014

Experten prognostizieren starken Anstieg der Herzinfarktpatienten

In den nächsten Jahren wird die Anzahl der Herzinfarktpatienten stark ansteigen. Grund dafür sei, dass die sogenannte Baby-Boom-Generation der 1960er bis 68er ein Alter erreichen werde, in dem statistisch gesehen das Risiko eines Herzinfarkts am höchsten sei. Dies erklärten Ärzte der Medizinischen Universität Innsbruck am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz.

Derzeit würden in Tirol rund 500 Menschen pro Jahr einen Herzinfarkt erleiden, sagte Wolfgang-Michael Franz, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie. Diese Zahl werde in den nächsten Jahren auf bis zu 700 pro Jahr ansteigen, prognostizierte er. Erst im Jahr 2023 werde die Anzahl der Menschen im Risikoalter durch den "Pillen-Knick", der einen starken Geburtenrückgang durch die Einführung der Antibabypille nach sich zog, wieder abnehmen, fügte der Mediziner hinzu.

Statistisch gesehen würden die meisten Menschen im Alter von 57 Jahren einen Herzinfarkt erleiden. "Das liegt daran, dass man mit 57 zwar schon älter ist, die Menschen aber trotzdem noch einem maximalen Belastungsstress durch Beruf und Alltag ausgesetzt sind", erklärte Michael Grimm, Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie. Mit noch höherem Alter würden sich die Menschen dann häufig zurück nehmen und ein ruhigeres Leben führen, meinte Grimm.

Durch eine bessere medizinische Versorgung konnte laut den Experten die Überlebenschance nach einem Herzinfarkt deutlich gesteigert werden. "Früher verstarben rund 30 Prozent der Patienten im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt, heute liegen wir bei den Männern bei fünf und bei den Frauen bei sieben Prozent", sagte Franz. Diese erhöhte Überlebensrate führe in weiterer Folge aber auch zu einer zweiten Erkrankungswelle etwa im 70. Lebensjahr, weil die Patienten mit einem geschwächten Herzen weiter leben würden.

Grundsätzlich könne man bisher trotz vieler Aufklärungskampagnen über die Risikofaktoren keinen Rückgang der Herzinfarkte verzeichnen. "Das Gesundheitsbewusstsein der Menschen steigt zwar an, aber gleichzeitig sind der Stress-Level und die allgemeine Geschwindigkeit des Lebens viel höher als früher. Diese Faktoren gleichen sich ungefähr aus", erklärte Franz.

apa.at

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