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APA-Artikel 5. März 2014

D: Krankenkasse muss Contergangeschädigten keine Zahnimplantate zahlen

Contergangeschädigte haben keinen Anspruch auf volle Kostenübernahme für Zahnimplantate durch ihre Krankenkasse. Auch in diesem Sonderfall gehören Implantate nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, wie am Dienstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied. Eine Ausnahme sei gesetzlich nicht möglich. (Az.: B 1 KR 6/13 R)

Damit wies das BSG einen contergangeschädigten Mann aus dem Raum Aachen ab. Er hat eine Missbildung seiner Arme und Hände und zudem eine Störung seiner Grobmotorik. Nach eigenen Angaben ist er daher seit seiner Kindheit darauf angewiesen, auch die Zähne für Alltagshandlungen zu nutzen, etwa zum Öffnen von Flaschen. Dies habe zu einem erhöhten Verschleiß der Zähne geführt. Seine Krankenkasse müsse daher voll für die Kosten von Implantaten aufkommen.

Konkret ging es um rund 4500 Euro für zwei Zähne. Die Barmer GEK lehnte dies ab. Sie zahlte lediglich den üblichen Festzuschuss in Höhe von hier 579 Euro. Dies bestätigte nun das BSG. Das Gesetz sehe für eine Implantatversorgung ausdrücklich nur den Festzuschuss vor. Eine Ausnahme für Contergangeschädigte sei nicht möglich.

Inzwischen können Contergangeschädigte in solchen Fällen aber Geld von der Conterganstiftung bekommen. Deren 2013 neu gefassten Richtlinien sehen jetzt eine Unterstützung auch implantologischer Leistungen vor.

apa.at

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