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APA-Artikel 28. Februar 2014

ELGA - Ärztekammer und Apotheker mit Lösung zufrieden

Dass die E-Medikation ohne zentrale Wechselwirkungsprüfung eingeführt wird, ist weder für die Ärzte- noch für die Apothekerkammer problematisch. Auch der Hauptverband der Sozialversicherungsträger ist mit der nun gewählten Lösung zufrieden. Wichtig sei, die dass Informationsbasis der Ärzte erweitert werde, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme am Freitag.

Für Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, ist es nicht so wichtig, ob die Wechselwirkungsprüfung zentral oder in den Apotheken stattfindet. Durchgeführt werde sie dort nämlich schon heute, und zwar auf Basis von Daten, die der Apotheker-Verlag zur Verfügung stellt. Was die E-Medikation zur Verfügung stelle, sei "eine Liste, nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte er zur APA. "Die Beratung ist wichtig, und die machen wir in der Apotheke."

Seitens der Ärztekammer hieß es, dass man auch von Anfang an gegen eine zentral eingerichtete Interaktionsprüfung gewesen sei. Die Argumente: Sie dauere wegen der Datenbankabfragen lange, je nach Arzt gebe es unterschiedliche Bedürfnisse, und es existiere keine für die zentrale Anwendung geeignete Software. In manchen Fällen würden im Sinne der Heilung auch Wechselwirkungen bewusst in Kauf genommen, so ein Sprecher. Es sei daher besser, die Prüfung auf Ebene des behandelnden Arztes anzusiedeln.

Auch im Hauptverband verteidigte man diese Entscheidung. Es handelt sich um keinen Verzicht, sondern um eine Verlagerung der Wechselwirkungsprüfung von einer zentralen Lösung zu einer dezentralen. Damit sei sichergestellt, dass Ärzte und Apotheker lokal nach ihren Bedürfnissen und Anforderungen Prüfsysteme zum Einsatz bringen könnten, hieß es in der Stellungnahme.

Interessant ist allerdings, dass im wissenschaftlichen Evaluierungsbericht zum Pilotversuch der E-Medikation noch zumindest eine "verpflichtende lokale Interaktionsprüfung mit einer selber gewählten Arzneimitteldatenbank" oder aber eine "freiwillige, zentralen Interaktionsprüfung" empfohlen wurde. Plädiert wurde jedenfalls für eine "elektronische Unterstützung der Arzneimittelprüfung".

Im zu Jahresbeginn 2013 in Kraft getretenen Gesundheitstelematikgesetz kommt die elektronische Prüfung dann aber gar nicht mehr vor. "Die Prüfung von Wechselwirkungen erfolgt in der Eigenverantwortung der ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter und ist nicht Gegenstand des Informationssystems", hießt es dort lediglich.

apa.at

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