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APA-Artikel 26. Februar 2014

Linzer Medizin-Fakultät - Pühringer: Schritt zur Volluniversität

Die am Mittwoch im Bundesrat beschlossene Medizin-Fakultät an der Uni Linz ist für den oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) ein Schritt zur Volluniversität in der Landeshauptstadt. "Wir können nur eine Volluniversität für unseren Standort anstreben", so Pühringer bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Diesem Ziel sei man ein gewaltiges Stück näher gerückt.

In Linz wird es künftig die einzige Universität mit einer Medizin-Fakultät geben. Die Medizin-Fakultäten der Unis Wien, Graz und Innsbruck wurden 2004 ausgliedert und zu eigenständigen Medizin-Unis ausgebaut.

"Wenn man etwas will und gemeinsam vertritt, kommt auch über Parteigrenzen hinweg etwas zustande", meinte Pühringer. Außer den NEOS und dem Team Stronach hätten alle oberösterreichischen Abgeordneten im Nationalrat für die Einrichtung der Medizin-Fakultät gestimmt. Der Erfolg sei dabei nicht gerade absehbar gewesen: "Der Applaus war am Anfang überschaubar. Wenn unsere Konzepte nicht überzeugend gewesen wären, hätten wir im Wissenschaftsministerium keine Chance gehabt."

Der Hauptfinancier der Fakultät sei zwar der Bund, aber auch die oberösterreichischen Gemeinden und das Land würden 225 Mio. Euro beitragen, meinte Pühringer. Außerdem gebe es einen "Demutsakt" des Landes: In Sachen Spitalkompetenz habe man Entscheidungen abtreten müssen, damit eine Uni-Klinik auch funktionieren könne.

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) strich die Erweiterung des Angebots an Medizin-Studienplätzen hervor. Dieses könne dabei helfen, den aufgrund des Weggangs zahlreicher Mediziner ins Ausland entstehenden Ärztebedarf abzudecken. Eine reine Ausweitung der Plätze sei aber nicht genug: Daher werde er mit Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) in wenigen Wochen ein Programm vorstellen, das Anreize für Ärzte im niedergelassenen Bereich bietet. Vorbildhaft in Linz sei die Regelung des klinischen Mehraufwands, die an den anderen Standorten aufgrund historischer Gegebenheiten nicht ganz nachvollziehbar sei. "In Linz ist erstmals eine überschaubare Aufgliederung gelungen, was der Bund trägt und was nicht."

Mitterlehner bekannte sich zur Forderung der Hochschulkonferenz nach einem gleichzeitigen Ausbau der Finanzmittel für die anderen Hochschulen. Die Konferenz sei zwar nur ein beratendes Organ, Vereinbarungen mit ihr hätten keinen formalen Charakter mit Sanktionsmöglichkeiten. Er fühle sich aber verpflichtet, wie sein Vorgänger Karlheinz Töchterle (ÖVP) an deren Beschlüsse anzuknüpfen.

Geplant ist, dass die Ausbildung an der Linzer Medizin-Fakultät 2014 in Graz startet: Die ersten beiden Studienjahre (vorklinische Ausbildung) werden zunächst komplett an der Medizin-Uni Graz absolviert, 2014/15 und 2015/16 sollen je 60 Studenten zugelassen werden, ab 2016/17 sind es 120. Die Internet-Voranmeldung für das erste Studienjahr beginnt am 1. März.

Die eigentliche Ausbildung in Linz startet dann 2016/17, mittelfristig soll es 300 Anfänger-Studienplätze geben. Davon sollen 180 die volle Ausbildung in Linz absolvieren (inklusive vorklinische Ausbildung), 120 wechseln auch künftig erst nach dem Vorklinikum in Graz nach Linz. Der Vollausbau der Medizin-Fakultät an der Uni Linz soll 2028 mit 1.800 Studenten (sechs Jahrgänge zu je 300 Studenten) erreicht sein.

Das Land Oberösterreich und die oö. Gemeinden zahlen die baulichen Investitionen und anschließend bis 2028 die Erhaltungskosten und Reinvestitionen in die Bauten. Dafür ist eine Summe von 225 Mio. Euro nötig, die zwischen Land und Gemeinden aufgeteilt werden. Der Bund trägt den Rest. Bis 2017 entstehen dabei Kosten von rund 35 Mio. Euro, die aus Rücklagen des Finanzministeriums kommen. Ab 2018 soll das Wissenschaftsbudget um die jeweils nötigen Finanzmittel aufgestockt werden. 2018 sind das knapp 24 Mio. Euro, dieser Betrag steigt bis zum Jahr 2028 auf 58 Mio. Euro.

Als nächste Schritte stehen laut Pühringer nun die Einigung über die Gesellschaft der Uni-Klinik sowie der Bau der nötigen Gebäude an. Die Uni wiederum müsse dafür sorgen, dass die Ausbildung in Linz starten kann, wenn die ersten Absolventen des Vorklinikums aus Graz zurückkommen.

(S E R V I C E - http://www.jku.at)

apa.at

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