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APA-Artikel 26. Februar 2014

Blutdruckkontrolle: Auf das Management kommt es an

"Medikationsmanagement" ist das Hauptthema der diesjährigen Wissenschaftlichen Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer (bis 28. Februar) in Schladming in der Steiermark. Ein klassisches Beispiel dafür könnte die Hypertonietherapie sein. Mit einem Ausschöpfen der vorhandenen Möglichkeiten wäre dabei mehr zu erreichen als mit neuen Medikamenten, hieß es am Dienstag bei dem Kongress.

"Die letzten neuen Medikamente zur Behandlung des Bluthochdrucks kamen in den 1990er-Jahren. In den vergangenen 20 Jahren ist kein einziges neues Wirkprinzip hinzugekommen", sagte der Wiener Spezialist Dieter Magometschnigg.

Gleichwohl, die Hypertonie als einer der wichtigsten Risikofaktoren für "Schlaganfall, Herzinfarkt & Co." wäre an sich längst gut und effektiv behandelbar. Doch die vorhandenen Mittel werden bei Diagnose und Therapie längst nicht ausgeschöpft. Magometschnigg: "In Österreich gibt es mehr als zwei Millionen Hypertoniker. In Behandlung sind ein Drittel bis 40 Prozent. Davon erreichen 30 bis 40 Prozent einen normalen Blutdruck.

Einerseits wird die Diagnose einer Hypertonie zu selten gestellt, andererseits nehmen die Patienten die verschriebenen Medikamente nicht oder unregelmäßig ein. Hinzu kommt, dass es um die Blutdruck-Richtwerte, die erreicht werden sollen, immer wieder Diskussionen gibt. Laut den österreichischen Empfehlungen ist von einer Hypertonie dann zu sprechen, wenn sieben von 30 Selbstmessungen Werte über 135/85 mmHg (systolisch/diastolisch) ergeben.

Zur Vermeidung der mit Hypertonie verbunden Risiken ist aber nicht ein "Richtwert", sondern die langfristige Senkung des Blutdrucks entscheidend. Der Experte: "Wir wissen, dass nach einem halben Jahr die Hälfte der Patienten die Medikamente 'absetzen'."

Medikationsmanagement als intensive und wiederholte Beratung des Patienten könnte hier leicht Verbesserungen bringen, mehr als es durch irgendwelche neuen Arzneimittel der Fall wäre. Schulung und Begleitung der Betroffenen würde entscheidend zu besseren Erfolgen beitragen.

Magometschnigg: "Wir sind oft über diese 'Disziplinlosigkeit' der Patienten 'erschüttert'. Aber wenn von einem Patienten ein Therapiekonzept nicht umgesetzt werden kann, dann ist das Therapiekonzept schlecht."

Der Experte setzt auf eine engere Beziehung zwischen Arzt und Hypertonie-Patienten. Das ermöglicht beispielsweise die tägliche Übermittlung der selbst gemessenen Blutdruckwerte via SMS an eine Datenbank. Grafisch aufbereitet lässt sich vom Arzt mit einem Blick erkennen, ob die Therapie ausreichend und wirkungsvoll ist.

apa.at

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