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APA-Artikel 26. Februar 2014

Ältere Menschen laut Experten Risikogruppe für häusliche Gewalt

Ältere Menschen gelten neben Frauen und Kindern als Risikogruppe für häusliche Gewalt. Dies erklärten Experten aus Tirol und Südtirol am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Innsbruck. Eine im Jahr 2013 im Bundesland Tirol und in Südtirol durchgeführte Befragung zum Phänomen "Gewalt im Alter" zeigt physische und psychische Überlastung der Pflegepersonen als Hauptursache auf.

Bei der vom Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe der Tilak (Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH) und der Autonomen Provinz Bozen in Auftrag gegebenen Studie wurden rund 1.000 professionelle sowie private Pfleger und Allgemeinmediziner zum Thema "Gewalt im Alter" befragt. "Das Ergebnis zeigt, dass körperliche Gewaltanwendung die absolute Ausnahme sein dürfte, verbale Aggressionen oder bewusstes Unterlassen von Handlungen dagegen nicht selten vorkommen", erklärte Studienautor Hermann Atz.

Grund dafür sei laut Atz vor allem bei pflegenden Angehörigen die Belastung. "16 Prozent der Befragten bezeichnen sich als 'extrem stark' und weitere 28 Prozent als 'stark' belastet", sagte der Studienautor. Wissensdefizite und problematische Familiengeschichten würden bei pflegenden Angehörigen ebenso eine große Rolle spielen. Professionelle Pfleger hingegen würden als Grund für aggressives Verhalten vermehrt Zeitdruck, Personalmangel und die falsche Berufswahl nennen.

Aber auch pflegebedürftige Personen legen laut Studie oft ein problematisches Verhalten an den Tag. "Am häufigsten handelt es sich dabei um Beleidigungen, verbale Bedrohungen und körperliche Angriffe oder um fehlende Kooperation", meinte Atz. So würden beispielsweise 28 Prozent der befragten Pfleger von Beschimpfungen und Beleidigungen seitens der Pflegebedürftigen berichten.

Um diesem Phänomen entgegen zu wirken erarbeiteten das Ausbildungszentrum West und die Autonome Provinz Bozen im Zuge eines Projekts Informations- und Arbeitsmaterialien für Pflegepersonen und von Gewalt betroffenen älteren Menschen. Seit Herbst 2012 halte die Projektgruppe außerdem Vorträge in Seniorenheimen zu diesem Thema, teilten die Verantwortlichen mit.

apa.at

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