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APA-Artikel 21. Februar 2014

Geldstrafe für "Turnusarzt" ohne Medizinstudium im Burgenland

Eine junge Medizinerkarriere wurde vergangenen Juli in einem burgenländischen Spital abrupt beendet, noch bevor sie richtig begonnen hatte. Ein 28-jähriger Niederösterreicher hatte sich als Turnusarzt beworben und die Stelle bekommen. Nach ein paar Tagen flog auf: Der Mann hatte kein Medizinstudium. Am Freitag wurde er wegen versuchten schweren Betrugs in Eisenstadt zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der 28-Jährige hatte sich im vergangenen Juli um einen Job im Spital beworben - ursprünglich als Assistenzarzt. Beim Bewerbungsgespräch habe er "einen sehr guten Eindruck" hinterlassen, schilderte der frühere ärztliche Leiter des Krankenhauses, der den Bewerber auch mit fachlichen Fragen konfrontiert hatte. Am selben Tag wurde der Mann als Turnusarzt aufgenommen.

Laut seinem Verteidiger hatte der Mann zunächst daheim mit einem Zeugnis beeindrucken wollen und dann erfahren, "dass es einen Ärztemangel gibt. Da hat er sich gedacht: Na, das probieren wir einmal". Sein Wissen habe er aus Fachbüchern, schilderte der Beschuldigte. Vor Gericht erzählte er, dass er in die ganze Sache hineingerutscht sei, als eine Bekannte ihm geraten habe, sich um die freie Stelle zu bewerben. Nach einer Anzeige bei der Ärztekammer flog der Schwindel auf.

Vor Gericht bekannte sich der 28-Jährige schuldig und wurde rechtskräftig zu 1.200 Euro Geldstrafe verurteilt. Nach seinen Zukunftsplänen befragt, meinte er, er wolle die Studienberechtigungsprüfung machen und dann Medizin studieren.

apa.at

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