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APA-Artikel 21. Februar 2014

E-Medikation: Schwere Fehler des Hauptverbandes

Im Zusammenhang mit der Kritik des Rechnungshofes am Pilotprojekt zur E-Medikation verweist nun die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) auf schwere Fehler des Hauptverbandes österreichischer Sozialversicherungsträger. Ein wesentlicher Grund für die Überschreitung der Fristen und des Budgets liege an der rechtswidrigen Ausschreibung und Auftragsvergabe des Pilotprojektes, sagte der Bundesobmann der Niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart, Freitag in einer Aussendung.

Mängel bei der Vorbereitung und Planung des gesamten ELGA-Vorhabens seien laut Steinhart "bedauerlicherweise systemimmanent". Das beginne bei der Ausschreibung der E-Medikation, die zu erheblicher Verzögerung und Redimensionierung des Pilotprojektes geführt hätte, und gehe bis zu einzelnen Planungsschritten, die auf Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Anwender von Ärzte- und Apothekerseite keinerlei Rücksicht genommen hätten. Der Kurienobmann: "Die Expertise ist gerade auch beim Aufsetzen des Pilotprojektes zur E-Medikation mit bürokratischem Hochmut verworfen worden. Die von den Ärzten bereits in der Planungsphase aufgezeigten technischen, medizinischen und organisatorischen Unzulänglichkeiten wurden in der Folge durch die wissenschaftliche Evaluierung auch bestätigt." Diese Leerkilometer hätte man sich ersparen können.

Die fragwürdige und fehlerhafte Budgetierung des Pilotprojektes könnte sich im Übrigen als symptomatisch für das gesamte ELGA-Projekt herausstellen. Experten zufolge seien die Kostenschätzungen unrealistisch und mangelhaft, manche Annahmen bei Weitem zu optimistisch, sagte der hohe Ärztepolitiker. ELGA werde daher per Saldo wesentlich mehr kosten, als offiziell von Gesundheitsministerium oder Hauptverband bisher kolportiert, sagte Steinhart abschließend.

apa.at

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