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APA-Artikel 21. Februar 2014

Weitere Kündigung eines Chefarztes beim Spital Wallis

Der Chefarzt der Notfallabteilung im Spitalzentrum Sitten VS, Daniel Fishman, hat seine Kündigung eingereicht. Er begründet seinen Entscheid mit "inakzeptablen und unaufhörlichen Attacken" gegen das Spital und den Chefchirurgen, der kürzlich ebenfalls das Handtuch warf.

Wie Fishman am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, wurde sein Entscheid durch die Ende Januar bekannt gewordene Kündigung des Chefchirurgen des Spitals Wallis beschleunigt.

"Die unaufhörlichen Attacken gegen den Chefchirurgen und unser Spital haben ein Ausmass angenommen, das unverständlich und inakzeptabel ist. Alles was gesagt wurde, ist falsch", kritisiert Fishman. Er stellt sich öffentlich hinter seinen Kollegen und bezeichnet diesen als "Opfer einer medienwirksamen Lynchjustiz".

"All die Jahre habe ich mich zusammen mit der ganzen Belegschaft voll für eine starke öffentliche Gesundheitsversorgung im Wallis eingesetzt. Aber dieses Projekt wurde schrittweise zerstört," bedauert Fishman. Er habe als Chef der Notfallstation Hand in Hand mit dem Chefchirurgen zusammengearbeitet. Nun habe auch er genug.

Der Chefchirurg stand seit Monaten wegen dreier Todesfälle nach Operationen in der Kritik. Ausserdem war ihm bereits 2010 vorgeworfen worden, während einer Operation Fussballspiele geschaut zu haben. Ende Januar gab er schliesslich bekannt, dass er die Zusammenarbeit mit dem Spital Wallis beenden werde.

Eine interne Untersuchung hatte den Chefchirurgen zwar rehabilitiert, die Walliser Regierung ordnete aber zusätzlich eine externe Untersuchung an. Der Schlussbericht dürfte im März publiziert werden. Auch das Walliser Kantonsparlament hatte den Druck erhöht und im Dezember entschieden, eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) zum Spital Wallis einzusetzen.

apa.at

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