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APA-Artikel 21. Februar 2014

Renommierter Frauenarzt in Paris wegen Vergewaltigung verurteilt

Wegen Vergewaltigung und sexueller Gewalt gegen Patientinnen ist ein renommierter Frauenarzt und Experte für künstliche Befruchtung in Frankreich zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Schwurgericht in Paris sprach den 70-jährigen André Hazout am Donnerstag in allen Anklagepunkten schuldig. Zudem wurde ein Berufsverbot verhängt. Der Gynäkologe, der über Jahre wegen seiner Erfolge bei der In-Vitro-Fertilisation die letzte Hoffnung für viele Frauen mit Kinderwunsch war, wurde in Handschellen aus dem Gerichtssaal abgeführt.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch eine Haftstrafe von zwölf Jahren wegen Vergewaltigung und sexueller Gewalt gegen sechs Patientinnen verlangt. Die Verteidigung sprach sich am Donnerstag dafür aus, den Arzt nur wegen der sexuellen Angriffe zu verurteilen, die er anders als die Vergewaltigungen zugegeben hatte. An ihm solle kein "Exempel" statuiert werden.

Alle Frauen hatten eine ähnliche Vorgehensweise des international renommierten Mediziners beschrieben: Nach Versuchen der Verführung sei es zu sexuellen Angriffen oder Vergewaltigungen auf dem Untersuchungstisch oder sogar auf dem Boden der Praxis gekommen. Eine Frau wurde nach eigenen Angaben sogar schwanger, woraufhin der Arzt in seiner Praxis in Boxershorts einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen habe, nachdem er sie ein weiteres Mal vergewaltigt habe. Den Zeugenaussagen zufolge hing in seinem Praxisraum ein Schild mit der Aufschrift: "Trust me, I'm a doctor" (Vertrauen Sie mir, ich bin Arzt).

Der Mediziner ist seit 2013 aus der Ärztekammer ausgeschlossen. Allerdings war der Ärztekammer von Paris vorgeworfen worden, viel zu spät auf Beschwerden gegen Hazout reagiert zu haben. Laut Staatsanwaltschaft gab es bereits 1985 die erste Beschwerde einer Patientin bei der Ärztekammer, der 1988 eine formelle Anzeige folgte. Eine Frau erstattete schließlich 2005 Anzeige bei der Justiz. In dem Prozess ging es um sechs Opfer, die Klagen von mehr als 25 weiteren früheren Patientinnen wurden unter anderem wegen Verjährung nicht zugelassen.

apa.at

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