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APA-Artikel 20. Februar 2014

Selbstständige 2 - Beiträge für Einzelkämpfer oft große Belastung

Für Peter McDonald, Obmannstellvertreter der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer ist Österreichs Stockerlplatz Ergebnis diverser versicherungstechnischer Erleichterungen für Selbstständige, die sie in den vergangenen zehn Jahren durchgesetzt haben.

Da wäre zum Beispiel das Krankengeld für Selbstständige ab der siebenten Woche ("vor zehn Jahren undenkbar"), die Verdoppelung des Wochengelds oder die Reduktion der Beiträge um 30 Prozent von 2002 bis 2013.

"Selbstständige sind glücklicher, leben länger und gehen seltener zum Arzt", konstatierte McDonald.

Eitel Wonne ist es für alle freilich nicht. Vor allem Einzelkämpfer, die sogenannten neuen Selbstständigen, sehen sich durch hohe Versicherungsabgaben häufig unter die Armutsgrenze gedrängt. Bei einem Jahresverdienst von 12.000 Euro seien ganze 3.138 Euro an die SVA zu entrichten, rechnen die "Amici delle SVA" vor. Die Facebook-Initiative hat mittlerweile knapp 7.400 Mitglieder und sieht sich als Sprachrohr für Einpersonenunternehmen bzw. Selbstständige mit geringem Einkommen.

Die Errungenschaften der SVA sehen sie kritisch: Eine lange Krankheit treibe Selbstständige ohne finanziellen Polster in den Ruin, da der Satz von 28,40 Euro pro Tag erst ab dem 43. Tag und höchstens 20 Wochen lang ausgezahlt werde. Bei der freiwilligen Arbeitslosenversicherung - sie koste monatlich zwischen 80 und 238 Euro - könne nicht mehr wechseln, wer sich einmal für eine Beitragsstufe entschieden hat - auch wenn sich die Einkommenssituation geändert habe.

Laut den "Amici" verdienen 150.000 EPU weniger als 11.000 Euro netto im Jahr, 84.000 seien bei der SVA nur gemäß Mindestbeitragsgrundlage versichert, verdienten also weniger als 8.256 Euro jährlich.

McDonald warnt davor, "mit Zahlen zu jonglieren". EPU sei nicht EPU, man müsse den Einzelfall betrachten. Zum Beispiel habe die Hälfte der Einpersonenunternehmer nebenbei einen Angestelltenjob. Gleitsmann zufolge erwirtschaften fast 80 Prozent jener Unternehmen, die eine Ein- und Ausgabenrechnung machen, einen Umsatz von mehr als 50.000 Euro, bei den bilanzierenden Firmen seien es 92 Prozent.

Zahlen zu "neuen Selbstständigen" zu bekommen ist tatsächlich schwierig: Die SVA zählt insgesamt 751.000 Krankenversicherte, davon 370.000 aktive Unternehmer, 140.000 Pensionisten und 233.000 mitversicherte Angehörige, wie es auf APA-Anfrage hieß. 42.000 Versicherungsnehmer haben keinen Gewerbeschein, sind also potenziell Kreative, Medienunternehmer usw. Auch aus der Wirtschaftskammer-Mitgliederstatistik lässt sich der Anteil der "neuen Selbstständigen" nicht so einfach herauslesen. Von 557.300 aktiven Kammermitgliedern im Jahr 2013 entfiel das Gros auf die Sparten Gewerbe und Handwerk (214.660) und Handel (143.590). Der Sparte "Information und Consulting" wurden 91.696 Mitglieder zugerechnet, dem Tourismus 67.777

apa.at

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