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APA-Artikel 20. Februar 2014

SVA und WKÖ sehen Selbstständige im Vergleich bestens abgesichert 1

Nirgends in Europa sind Selbstständige so gut abgesichert wie in Österreich. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag von Wirtschaftskammer und Unternehmerversicherung SVA. Während SVA-Vize Peter McDonald die Errungenschaften der letzten Jahre, etwa das Krankengeld für Selbstständige, hervorhebt, sehen sich viele "neue Selbstständige" durch hohe Beiträge an den Rand der Armut getrieben.

Im Länderranking, das die Uni Bremen für WKÖ und SVA erstellt hat, erklomm Österreich den ersten Platz. Professor Stefan Traub hat sich für 18 OECD-Länder angesehen, welchen Anspruch Selbstständige aus den Bereichen Gewerbe und Handwerk auf Sozialversicherungsleistungen zum Beispiel bei Krankheit oder im Alter haben. Miteinbezogen wurden auch Fürsorgeleistungen - in Österreich die bedarfsorientierte Mindestsicherung - sowie der Familienlastenausgleich (FLAF).

Die "neuen Selbstständigen", die keiner Gruppe zuordenbar sind, haben die Studienautoren nicht erfasst, ebenso wenig die Höhe des tatsächlichen Einkommens der Unternehmer, erläuterte Traub am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Österreich erreichte 88 von 100 möglichen Punkten, gefolgt von Spanien, Finnland, Schweden und Estland. Schlecht schnitten hingegen die Niederlande und das liberale Großbritannien ab. Dass Spanien auf Platz zwei landete, "hat uns überrascht", so Traub. "Dort sind viele Leistungen für Selbstständige Pflichtversicherungsleistungen." Deutschland hingegen, per definitionem wie Österreich ein konservativer Wohlfahrtstart, der rund 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Sozialleistungen ausgibt, kam nur auf Rang 9. "Deutschland ist bei Selbstständigen sehr restriktiv."

Anders ist das in Österreich. Viele Punkte sammelte die Alpenrepublik vor allem, weil viele Bereiche auch für Selbstständige durch Pflichtversicherungen abgedeckt sind: Alter, Invalidität, Krankheit, Unfall, Elternschaft, Todesfall. Gegen Arbeitslosigkeit können sich Unternehmer lediglich freiwillig versichern. Dass man neuerdings auch Ansprüche aus früherer unselbstständiger Tätigkeit mitnehmen kann, "ist eine einzigartige Sache, die man in Europa sonst nicht findet", so Traub.

Wie in allen untersuchten Ländern außer Ungarn haben Selbstständige Zugang zu Mindestsicherung und Familienlastenausgleich. Schlecht hat Österreich dagegen bei der Pflege abgeschnitten, da dieser Bereich als steuerfinanzierte Fürsorgeleistung organisiert ist. Aus der Sicht von Traub ist das puncto soziale Absicherung viel weniger geeignet als ein Versicherungsprinzip. Er sieht hier international großen Handlungsbedarf, vor allem in den skandinavischen Staaten.

apa.at

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