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APA-Artikel 19. Februar 2014

Linzer Medizin-Fakultät - Mitterlehner sieht Unterstützung für Quote

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht die Quotenregelung für das Medizinstudium durch die Neuschaffung einer Medizin-Fakultät an der Uni Linz nicht gefährdet. "Wenn wir eigene Anstrengungen gegen den Ärztemangel unternehmen, ist das sogar eine Unterstützung für die Quotenregelung." Damit werde Österreichs Argumentation verstärkt, so der Minister Dienstagabend vor Journalisten.

Derzeit sind an den Medizin-Unis 75 Prozent der Anfänger-Studienplätze für Personen mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent für EU-Bürger und für Prozent für Studenten aus Drittstaaten. Die EU-Kommission hat dagegen ein Vertragsverletzungsverfahren angestrengt, das vorerst bis 2016 auf Eis liegt. In dieser Zeit muss Österreich mit Fakten belegen, dass ein Wegfall der Quotenregelung negative Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung hätte. Zuletzt seien von 1.380 Absolventen eines Jahres knapp 600 nicht in Österreich tätig gewesen, so Mitterlehner.

Die Einrichtung der Medizin-Fakultät an der Uni Linz soll heute, Mittwoch, im Wissenschaftsausschuss und in der kommenden Woche im National- und Bundesrat beschlossen werden. Dann kann am 1. März das Aufnahmeverfahren für die ersten 60 Studenten im Studienjahr 2014/15 starten.

Die "Zukunftsangst", dass bestehenden Unis etwas weggenommen werde, hält Mitterlehner für unbegründet. Es gebe eine klare Vereinbarung, dass die dem Bund bis 2017 entstehenden Kosten von 35 Mio. Euro aus Sondermitteln des Finanzministeriums kommen. Diese würden auch nicht auf die Rücklagen des Ressorts angerechnet. Die Belastungen für den Bund würden bis 2028 auf jährlich 58,3 Mio. Euro steigen, die Fakultät werde auch aus Mitteln der Stadt Linz und des Landes Oberösterreich unterstützt, letzteres stelle auch den größten Teil der Gebäude. Ob sich die Absolventen der Fakultät dann auch tatsächlich in Oberösterreich als Ärzte niederlassen, liege dann vor allem am Gesundheitsminister, der Gebietskrankenkasse sowie Land und Gemeinden, die entsprechende Programme anbieten müssten.

Eine Zustimmung der FPÖ zur Medizin-Fakultät ist bereits sicher, sieht diese deren Einrichtung doch als einen "wichtigen Schritt", um drohendem Ärztemangel vor allem in Oberösterreichs ländlichen Regionen entgegenzuwirken, so FPÖ-OÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Er betonte allerdings auch, dass es darüber hinaus Begleitmaßnahmen brauche, um den Arztberuf attraktiver zu gestalten.

FP-Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck warnte, dass schon jetzt österreichweit Krankenhäuser keine Turnusärzte fänden und Facharztstellen nicht nachbesetzt werden könnten. "Ein Jahr Warten auf einen Facharzttermin ist unzumutbar", sieht Haimbuchner raschen Handlungsbedarf. Die breite Kritik an der Medizin-Fakultät Linz ist für Haimbuchner unterdessen nicht nachvollziehbar. Er führt sie auf die Angst der Rektoren der bestehenden Medizin-Unis vor Prestigeverlust zurück.

(S E R V I C E - www.jku.at/humanmedizin )

apa.at

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