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APA-Artikel 19. Februar 2014

MedAustron: RH mahnt Höhe des Behandlungskostenzuschusses ein

Ende kommenden Jahres sollen im Krebstherapie- und -forschungszentrum MedAustron in Wiener Neustadt (NÖ) erste Patienten behandelt werden. Noch ist aber nicht klar, wie hoch der Behandlungskostenzuschuss seitens der Sozialversicherungen sein wird. Der Rechnungshof (RH) mahnt deshalb in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht die Ermittlung und Festsetzung der Höhe dieses Zuschusses ein.

Bei MedAustron soll eine innovative Form der Strahlentherapie angeboten werden, die sogenannte Ionentherapie. Sie erlaubt eine präzise Bestrahlung von Tumoren mit in einem Teilchenbeschleuniger auf hohe Energie beschleunigten Ionen bei nur geringer Belastung des umgebenden Gewebes. Die Investitionskosten für das Zentrum liegen bei rund 200 Mio. Euro, die vom Land NÖ, dem Bund und der Stadt Wiener Neustadt kommen. Verantwortlich für Aufbau und Betrieb des Zentrums ist die EBG Med Austron GmbH.

Der RH lobt nun in einer Follow-Up-Überprüfung, dass das Land NÖ und die EBG den Großteil seiner Empfehlungen aus einer 2011 veröffentlichten Gebarungsüberprüfung umgesetzt hätten. Zwei Punkte seien allerdings weiterhin offen: So sei MedAustron nach wie vor nicht in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) aufgenommen worden.

Zudem kritisieren die Prüfer, dass es weiterhin keine Festsetzung des Behandlungskostenzuschusses gemäß Sozialversicherungsgesetz gebe. Die EBG verwies dabei auf die bisher erfolglosen Bemühungen gegenüber dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in diesem Zusammenhang. Der Hauptverband sei vielmehr der Ansicht, dass die Leistungen der Krebsbehandlung bei MedAustron mit der Zahlung der Pauschalbeiträge bereits abgegolten seien, weil es sich dabei lediglich um eine Auslagerung des stationären Betriebs handle. Das Land NÖ und die EBG betonen dagegen, dass der gesamte Betrieb bei MedAustron auf ambulante Behandlung ausgelegt sei.

Für den RH wäre die Ermittlung und Festsetzung der Höhe des Behandlungskostenzuschusses notwendig, um die Planungssicherheit zu verbessern - "dies insbesondere auch deshalb, weil sich betriebswirtschaftliche Kennzahlen im Zeitraum 2010 bis 2012 deutlich verschlechterten", schreibt der RH in seinem Bericht.

apa.at

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