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APA-Artikel 17. Februar 2014

SGKK: Voraussichtliches Plus von 14,6 Mio. Euro

Die SGKK wird auch für das Jahr 2013 positiv bilanzieren können. Der voraussichtliche Überschuss beträgt rund 14,6 Millionen Euro. Auf Grund der positiven Finanzentwicklung der letzten Jahre sind für das Jahr 2014 Leistungsausweitungen geplant. Schwerpunkte sind die psychotherapeutische sowie die zahnmedizinische Versorgung und die Gesundheitsförderung.

Erträge und Aufwendungen im Detail

Die voraussichtlichen(1) Erträge der SGKK betragen 742 Millionen Euro, davon stammen 650 Millionen Euro aus Beiträgen und 92 Millionen aus sonstigen Erträgen wie z.B. Rezeptgebühren oder Behandlungsbeiträgen. Die gesamten Erträge sind um 3,4 Prozent gestiegen.

Rund 696 Millionen Euro wurden für Leistungen für die Versicherten ausgegeben. Dieser Posten stieg um 3,9 Prozent und damit deutlich mehr als die Erträge. Die Steigerung von 7,4 Prozent bei den Aufwendungen für ärztliche Leistungen sind vor allem auf steigende Behandlungszahlen und stark steigende Laborkosten zurückzuführen.

Das moderate Plus bei den Medikamentenkosten von 1,6 Prozent im Jahr 2013 beruht vor allem auf dem hohen Generika-Anteil und damit direkt verbunden mit den Bemühungen der SGKK-VertragsärztInnen. Durch neue und innovative Medikamente entstehen im laufenden Jahr 2014 jedoch vermutlich Mehrkosten von mehreren Millionen Euro.

Rund 80 Prozent der Versicherungsleistungen der SGKK werden für die Finanzierung der Spitäler, der ärztlichen Leistungen (inklusive Zahnmedizin) und der Medikamente aufgewendet. Das restliche Fünftel umfasst die Bereiche Krankengeld, Heilbehelfe, Mutterschaftsleistungen, Transportkosten, medizinische Rehabilitation und den gesamten Vorsorgebereich. Der Verwaltungsaufwand der SGKK betrug 19,1 Millionen Euro und damit rund 2,6 Prozent des Gesamtbudgets.

Vorhaben 2014 - 2016

Die SGKK bilanzierte in den letzten zehn Jahren viermal negativ und sechsmal positiv. Den vier Jahren mit rund 43 Millionen Euro Verlust stehen sechs positive Jahre mit rund 58 Millionen Überschuss gegenüber (s. Beilage "SGKK Bilanz 2004 - 2013).

"Diese Übersicht zeigt, dass es sinnvoll ist, in wirtschaftlich guten Jahren Geld zurückzulegen, um Defizite in schlechten Jahren aus eigener Kraft abdecken zu können. Das war immer der Grundsatz der SGKK", erklärt Obmann Andreas Huss. "Dank unserer derzeit stabilen finanziellen Situation werden wir aber in den nächsten Jahren einige Versorgungslücken schließen", kündigt Huss an. Vor allem die psychotherapeutischen Angebote sollen ausgebaut werden. Derzeit werden pro Jahr rund 4,3 Millionen Euro für die Behandlung von 6.700 PatientInnen ausgegeben. Die Sachleistungsversorgung, also die Behandlung auf Kosten der Krankenversicherung, soll ausgebaut werden. "Wir möchten mehr Therapeutinnen und Therapeuten gewinnen, die mit uns einen Vertrag zur Behandlung von psychisch Kranken abschließen", erklärt Obmann Huss. Da der Bedarf an Behandlungen in diesem Bereich steigt, wird die SGKK mehr Geld zur Verfügung stellen. Für die Behandlung auf Kosten der Krankenversicherung sind allerdings TherapeutInnen nötig, die bereit sind, einen Vertrag mit der SGKK abzuschließen (s. Beilage).

Eine weitere Lücke soll im Bereich der Zahnmedizin geschlossen werden. Derzeit sind etliche Kassenstellen für Zahnmedizin in Salzburg unbesetzt. Die SGKK plant daher den Ausbau ihres eigenen Zahngesundheitszentrums von derzeit 21 auf 31 Zahnstühle. Seit letztem Jahr dürfen die Zahnambulatorien der Gebietskrankenkassen im Wesentlichen alle Leistungen der Zahnmedizin anbieten (vorher waren sie gesetzlich auf konservierende Behandlungen sowie abnehmbaren Zahnersatz beschränkt). Im kasseneigenen Zahnambulatorium werden die Leistungen kostendeckend, aber nicht gewinnorientiert angeboten. Die Nachfrage der PatientInnen steigt - auch aufgrund des neuen Leistungsangebots (z.B. festsitzender Zahnersatz) - stark an. 2013 erfolgten rund 70.000 Behandlungen bei 22.000 PatientInnen. Die Wartezeiten für neue PatientInnen betragen im Augenblick rund 6 Monate. Mit dem Ausbau des Zahngesundheitszentrums soll diese Nachfrage gedeckt werden.

"Wir arbeiten auch an einem Modell, das Kindern aus wirtschaftlich schwächeren Familien einen kostengünstigeren Zugang zu Mundhygiene sichern wird", kündigt Obmann Huss an. Erfahrungen aus Ländern wie Schweden zeigen, dass eine professionelle Prophylaxe gerade bei Kindern die Kariesbildung wirksam bekämpft. Österreich hat beim Zahnstatus seiner Kinder Nachholbedarf: nur rund die Hälfte der Kinder ist kariesfrei. In skandinavischen Staaten sind es rund 80 Prozent.

Für den Ausbau des Zahngesundheitszentrums wird ein Teil der Rücklagen benötigt werden. Der Ausbau selbst wird wegen des längeren, gesetzlich vorgesehenen Genehmigungsprozesses nicht vor 2016 abgeschlossen werden können.

Für den gesamten Bereich der Gesundheitsförderung stehen zusätzlich 700.000 Euro jährlich zur Verfügung, die im Rahmen der Gesundheitsreform für regionale Vorsorgeprojekte vorgesehen sind. Die SGKK finanzierte den Bereich der Gesundheitsförderung 2013 bereits mit rund 11,3 Millionen Euro. Darunter fallen z.B. die Krankheitsverhütung, die Zahnprophylaxe für Kinder, ein Gesundheitskabarett für Jugendliche, die Vorsorgeuntersuchungen für Jugendliche und Erwachsene sowie die Bemühungen eigener Einrichtungen (Regenerationszentrum Goldegg, Zahngesundheitszentren und Gesundheits-Informations-Zentrum - GIZ).

Zusätzlich wird das neue Brustkrebs-Früherkennungsprogramm im Vorsorgebereich Mehrkosten von geschätzten 3 Millionen Euro verursachen. Das bundesweit eingeführte HPV-Impfprogramm wird zu einem Drittel von der Krankenversicherung finanziert.

Ein konkretes Vorhaben soll schwerkranke Menschen entlasten. Die Selbstbehalte, die bisher für medizinisch-indizierte Taxitransporte - z.B. von Strahlen- oder ChemopatientInnen - zu bezahlen waren, werden ab 1. April 2014 abgeschafft. Die SGKK muss dafür rund 75.000 Euro aufwenden, die Entlastung für den durchschnittlichen Patienten beträgt 150 Euro im Jahr.

"Wir werden im nächsten Jahr diese konkreten Verbesserungen für unsere Versicherten umsetzen. Wichtig ist uns aber, dass wir Leistungen nur in einem Maß ausbauen, das wir dauerhaft finanzieren können. Schulden-machen wird für uns weiterhin keine Option sein", hält Obmann Huss abschließend fest.

(1)Da die Abrechnungen der Vertragspartner für das 4. Quartal immer erst Ende März eintreffen, kann die endgültige Bilanz der Krankenversicherungsträger erst bis Mai erstellt werden. Die derzeitigen Zahlen sind Hochrechnungen auf Basis der vorhandenen Abrechnungen. Die Abweichungen zur endgültigen Bilanz sind üblicherweise gering.

apa.at

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