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APA-Artikel 17. Februar 2014

Deutsche Verbände kritisieren Sterbehilfe für Kinder in Belgien

Die in Belgien geplante Ausweitung der Sterbehilfe ist in Deutschland auf Kritik gestoßen. Das belgische Parlament hatte am Donnerstag eine Ausweitung der aktiven Sterbehilfe auf Minderjährige ohne Altersgrenze beschlossen. In Deutschland kritisierte der Deutsche Kinderhospizverein die belgische Gesetzesänderung.

Der Verein mit Sitz im sauerländischen Olpe begrüßte am Freitag in einer Mitteilung aber die Diskussion, die nun auch in Deutschland ausgelöst wurde. "Wir lehnen aktive Sterbehilfe in jeder Form ab. Kinder wollen leben", teilte der Verein mit. Bei der Arbeit in deutschlandweit 20 ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten habe noch nie ein Kind den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe geäußert. Stattdessen fordert der Verein einen Ausbau der begleitenden Hospizarbeit und der palliativmedizinischen Versorgung.

Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) verurteilte die Pläne als "skandalös". Dies sei "eine Entscheidung gegen die Schwächsten in der Gesellschaft. Sie widerspricht jeglicher Vorstellung von Mitmenschlichkeit."

Derzeit bereitet der Bundestag in Berlin eine Reform vor, organisierte Sterbehilfe soll verboten werden. Bisher ist aktive Sterbehilfe in Deutschland untersagt; wer jemanden auf dessen Wunsch tötet, muss mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen. Erlaubt ist hingegen passive Sterbehilfe, bei der Ärzte lebenserhaltende Maßnahmen beenden und etwa das Beatmungsgerät abschalten.

Auch aus der Unionsfraktion im deutschen Bundestag kam Kritik. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand sagte der "Welt": "Eine Gesellschaft, die im Ergebnis das Töten sogar der eigenen Kinder legalisiert, hätte Bankrott erklärt und wäre auf der kippenden Bahn." Der Wert des Lebens würde unzulässig reduziert.

In Belgien dürfte die Gesetzesänderung in einigen Wochen in Kraft treten. Erst muss der belgische König Philippe das Gesetz noch unterzeichnen, was allgemein erwartet wird. Damit ist Belgien Vorreiter. Die Niederlande erlauben Ärzten zwar auch, schwerstkranken Jugendlichen auf Verlangen tödliche Medikamente zu verabreichen, allerdings erst ab einem Alter des Patienten von 12 Jahren.

apa.at

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