zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 12. Februar 2014

Schlaganfall: 25.000 Erkrankungen jährlich in Österreich

Rund 25.000 Menschen erleiden in Österreich pro Jahr einen Schlaganfall. Solche akuten Erkrankungen, die durch die Blockade einer Gehirnarterie durch einen Thrombus oder durch eine Blutung im Gehirn hervorgerufen werden, sind die häufigste Ursache für bleibende Invalidität im Erwachsenenalter. Hier die wichtigsten Daten:

- 85 bis 90 Prozent der Schlaganfälle werden durch Blutgerinnsel im Gehirn ausgelöst.

- In die spezialisierten österreichischen "Stroke Units" werden zu 52 Prozent Männer und zu 48 Prozent Frauen eingeliefert.

- Im Durchschnitt sind die Patienten mit Schlaganfällen derzeit 74 Jahre alt. Die Altersgruppe von mehr als 80 Jahren hat mittlerweile einen Anteil von 32 Prozent (2013), im Jahr 2003 waren es noch 24 Prozent gewesen.

- 2013 gelangte ein Patient, bei dem der Zeitpunkt des Schlaganfalls bekannt war, um 40 Minuten früher ins Akut-Krankenhaus bzw. in eine "Stroke Unit" als vor zehn Jahren (2003: 150 Minuten; 2013: 110 Minuten).

- Für die Wiederherstellung des Blutflusses im Gehirn durch eine medikamentöse Behandlung ("Thrombolyse") steht ab dem Beginn der Symptome ein Zeitfenster von bis zu viereinhalb Stunden zur Verfügung. Die Behandlung sollte aber immer möglichst früh erfolgen, um die bleibenden Schäden im Gehirn zu minimieren.

- Mittlerweile werden in Österreich bereits 18 Prozent der Schlaganfallpatienten, die in eine "Stroke Unit" kommen, per Thrombolyse behandelt. Das ist laut österreichischen Experten international ein Spitzenwert. Im Vergleich zur Behandlung eines akuten Herzinfarkts mit Wiedereröffnung der verschlossenen Arterie ist diese Rate allerdings relativ gering (akuter Herzinfarkt: bis zu 70 Prozent der Patienten bekommen eine "Reperfusionstherapie").

- Heute können 47 Prozent der Patienten von "Stroke Units", die einen leichten Schlaganfall erlitten haben, ohne Behinderung entlassen werden. Bei Patienten mit mittelschweren Schlaganfällen ist das bei 16 Prozent der Fall.

Entscheidend für den von einem Schlaganfall möglicherweise Betroffenen ist, dass schon bei den ersten verdächtigen Symptomen Rettung bzw. Notarzt gerufen werden. Diese Symptome sind:

- Halbseitige Schwäche: Es können eine ganze Körperhälfte, also Gesicht, Arm und Bein, oder nur Teile davon, zum Beispiel nur der Arm, betroffen sein. Diese Schwäche kann leichtgradig oder schwer ausgeprägt sein.

- Halbseitige Gefühlsstörung: Auch davon können eine ganze Körperhälfte oder nur Teile davon betroffen sein. Typisch ist ein Ausfall der Wahrnehmung, also eine Taubheit, eine Berührung wird nicht bemerkt.

- Sprachstörungen: Die Sprache des Betroffenen ist nicht oder nur eingeschränkt verständlich. Umgekehrt können Betroffene auch selbst Schwierigkeiten haben, Gesprochenes zu verstehen. Sie können daher oft auch einfache sprachliche Anweisungen, etwa "Heben Sie bitte Ihren Arm", nicht befolgen.

- Sehstörungen: Es kommt zu einem plötzlichen Verlust der Sehwahrnehmung auf einem Auge bzw. nach einer Seite.

Buchstäblich "am gescheitesten" wäre aber die Vorsorge durch einen gesünderen Lebensstil: Keine Zigaretten, täglich mindestens 30 Minuten körperliche Aktivität, ein BMI von weniger als 25, geringer Alkoholkonsum und eine mediterrane Diät. Ein Blutdruck von mehr als 140/90 verdoppelt bis vervierfacht das Schlaganfallrisiko.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben