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APA-Artikel 12. Februar 2014

Schlaganfall immer besser behandelbar

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Die Möglichkeiten zur Prophylaxe und Therapie haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Bei derzeit rund 25.000 derartiger Akutfälle pro Jahr in Österreich ist aber für die Zukunft mit einer weiteren Zunahme zu rechnen, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

"Vor 20 Jahren hat die Neurologie bei einem Schlaganfall vor allem die Funktion der Rehabilitation gehabt. 1991 wurde gezeigt, dass die Behandlung in einer spezialisierten Abteilung (Stroke Unit; Anm.) Leben retten kann. Seit 2002 steht die Thrombolyse zur Verfügung", sagte Wilfried Lang, Vorstandsmitglied der Österreichischen Schlaganfallgesellschaft.

In den vergangenen Jahren sei eine Zunahme der Schlaganfälle bei den über 45-Jährigen zu verzeichnen gewesen, bei den 50- bis 60-Jährigen eine Abnahme. Die dritte demografische Entwicklung: In den höheren Altersgruppen nimmt die Häufigkeit akuter Gefäßverschlüsse im Gehirn (90 Prozent) und von Gehirnblutungen (zehn Prozent) zu. Diese Entwicklung dürfte anhalten und die Zahl der Fälle steigen.

Weltspitze ist Österreich, so Neurologin Elisabeth Fertl, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, bei der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten per Thrombolyse, also der Auflösung des im Gehirn aufgetretenen Blutgerinnsels per Medikament in einer "Stroke Unit": "Beim Schlaganfall läuft die Uhr. 'Time is Brain' heißt es. Mit der Therapie soll der Gefäßverschluss wieder eröffnet werden. Hier gibt es ein Zeitfenster von bis zu 3,5 bis vier Stunden. In Österreich bekommen 18 Prozent der Patienten, die auf eine 'Stroke Unit' kommen, diese Thrombolyse. Das ist ein Wert, der sonst weltweit nicht erreicht wird."

Durch die Thrombolyse soll die Blutversorgung im Gehirn so schnell wiederhergestellt werden, dass möglichst keine langfristigen Schäden auftauchen. In Österreich gibt es mittlerweile fast flächendeckend "Stroke Units" in Spitälern. Die 36 derartigen Einrichtungen sind binnen 30 Minuten zu erreichen.

In der Prophylaxe geht es vor allem um eine gute Blutdruckkontrolle und um die Behandlung des Vorhofflimmerns als häufigste Herzrhythmusstörung. Beim Vorhofflimmern können sich im Herzen Blutgerinnseln bilden, die mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen. "28 Prozent der Patienten, die in eine 'Stroke Unit' aufgenommen werden, haben Vorhofflimmern", betonte Franz Weidinger, Präsident der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft. "Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden daran, bei den über 80-Jährigen sind es mehr als 20 Prozent."

Wenn diese Rhythmusstörung diagnostiziert ist, sollte ein den meisten Fällen eine Blut verdünnende Behandlung erfolgen. Neue, leicht dosierbare und ohne regelmäßige Laborkontrollen zu verabreichende Medikamente stehen hier seit 2008 zur Verfügung.

apa.at

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