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APA-Artikel 7. Februar 2014

ÖÄK-Wechselberger: Ärzte haben Medizin zu betreiben

"Bizarr und nicht mehr nachvollziehbar" sei die jüngst in der "Presse" geäußerte Kritik der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz, wonach Ärzte keine ökonomische, rechtliche und organisatorische Kompetenz bei der Eröffnung einer Praxis nachweisen müssten, sagte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger am Freitag in einer Aussendung. Er, Wechselberger, teile die Kritik seines Vizepräsidenten Johannes Steinhart: "Ich ersuche die Wiener Patientenanwältin, in die Realität zurückzukehren. Die Realität ist: Ärzte haben Medizin zu betreiben."

Jede Ärztin und jeder Arzt absolviere nach einem anspruchsvollen, mindestens sechsjährigen Universitätsstudium eine hochkomplexe praktische Ausbildung. Es dauere also bis zu 15 Jahre, oft sogar länger, bis Ärztinnen und Ärzte die gesetzlich vorgegebene Berufszulassung erhalten, um selbstständig und eigenverantwortlich kranke Menschen zu heilen und Gesundheit zu erhalten. "Das ist die gesellschaftliche und humanitäre Aufgabe eines Arztes. Es ist nicht die primäre Aufgabe eines Arztes, Buchhalter, Jurist und Manager zu sein."

Undifferenzierte Schimpftiraden der Wiener Patientenanwältin

"Dass die Wiener Patientenanwältin Pilz seit Monaten in nicht nachvollziehbarer und unsachlicher Aggressivität gegen die Ärztekammern und deren Einrichtungen agitiert, richtet sich selbst und bedarf keiner Klarstellung", erklärte der ÖÄK-Präsident die bisherige Zurückhaltung der Österreichischen Ärztekammer. Wenn die zur Patientenvertretung berufene Expolitikerin ihre Schimpftiraden jedoch undifferenziert auf alle Ärztinnen und Ärzte loslasse, deren Vertrauensstellung untergrabe, sich dilettierend in die Ärzteausbildung einmische und Ärzte unter einem Kontrollradar sehen wolle, seien ihr klare Grenzen zu setzen.

Sachliche Gesprächsbasis mit Patientenanwälten in Restösterreich

Wechselberger verwies in diesem Zusammenhang auf die in der Regel sachliche Gesprächsbasis, die zwischen Ärztekammern und Patientenanwaltschaften in den anderen Bundesländern bestehe und die Basis für eine rasche und faire Bearbeitung von Patientenbeschwerden darstelle.

"Auch die berechtigte Entrüstung über kriminelle Machenschaften einiger weniger rechtfertigt es nicht, einen gesamten Berufsstand zu verunglimpfen, der sich trotz oft schwierigster Arbeitsbedingungen mit sehr viel Idealismus für das Wohl der Bevölkerung einsetzt", hielt Wechselberger abschließend fest.

apa.at

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