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APA-Artikel 5. Februar 2014

HPV-Impfung - Beginn an Schulen im Burgenland im Herbst

Seit Februar ist die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs und Karzinome im Genital- und im HNO-Bereich auslösen können, in den Nationalen Impfplan aufgenommen. Für Kinder der vierten Volksschulklassen startet im Burgenland im Herbst eine Gratisaktion. Für Buben und Mädchen von neun bis zwölf Jahren ist die Impfung bei niedergelassenen und Kinderfachärzten möglich.

HPV-Viren sind eine Gruppe von Viren, welche die Haut- und Schleimhautzellen infizieren können und zu gutartigen Veränderungen, sogenannten Papillomen führen. Einige können aber auch zur Entstehung von Krebs führen, erläuterte Kinderfacharzt Albrecht Prieler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. HPV-Viren seien nicht nur für Cervixkarzinome, sondern auch für 70 Prozent der HPV-assoziierten Vaginal- und Vulvakarzinome sowie Karzinome im Anal- und HNO-Bereich verantwortlich.

Cervixkarzinome stellten weltweit die zweithäufigste Krebsart dar und seien die dritthäufigste Todesursache bei Frauen. Der in Österreich verwendete Impfstoff schütze vor den humanen Papillomvirustypen 6, 11, 16 und 18. Untersuchungen in Australien hätten gezeigt, dass es durch die Impfung zu einem deutlichen Rückgang der Krebs-Vorstufen bei Frauen komme. Mittlerweile seien 107 Millionen Dosen weltweit verimpft worden.

Mit der Impfung der Buben und Mädchen in der vierten Schulstufe wird im Herbst zu Schulbeginn gestartet, so Landesschularzt Michael Heinrich. Impfungen werden von Schularzt, auf Wunsch der Eltern auch vom Gemeindearzt oder einem Vertrauensarzt durchgeführt. Nach sechs Monaten erfolge die zweite Teilimpfung. Für Kinder vom vollendeten neunten bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr gibt es ebenfalls eine Gratisimpfaktion. Die Impfungen führen hier die niedergelassenen Ärzte sowie bestellte Impfärzte durch.

Ab dem vollendeten zwölften bis zum vollendeten 15. Lebensjahr gibt es die Möglichkeit einer Nachholimpfung. Im Burgenland beträgt der Preis dafür 50 Euro, wobei 40 Euro der Impfstoff ausmacht. Das Impfhonorar beträgt zehn Euro. "Wir erhoffen uns dadurch eine sehr hohe Durchimpfungsrate", so der Vizepräsident der Ärztekammer Burgenland, Michael Schriefl. Zum Vergleich empfehle die Österreichische Ärztekammer für Impfungen in Aktionen, etwa für Grippe- und Zeckenimpfung, derzeit 14 Euro, so Schriefl.

Inzwischen sei die HPV-Impfung von 21 Ländern EU-weit ins nationale Impfprogramm aufgenommen, erläuterte die Leiterin des Hauptreferats Öffentlicher Gesundheitsdienst im Burgenland, Dr. Claudia Krischka. Bisher sei Österreich hier "ein bisschen Schlusslicht" gewesen. Mit dem Angebot der Impfung für Buben und Mädchen sei man dafür nun Vorreiter. Die Nachholimpfung sei im Burgenland auch beim Vertrauensarzt möglich.

apa.at

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