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APA-Artikel 4. Februar 2014

Ärztekammer fordert Entlastung der Spitalsambulanzen

Die nachhaltige Entlastung der überlaufenen Spitalsambulanzen sei dringend erforderlich, um eine qualitätsvolle medizinische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Das sagte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Dienstag in einer Aussendung. "Wir werden nicht umhin kommen, den Zugang zu den Ambulanzen einzuschränken, beispielsweise durch Überweisungen vom Hausarzt oder vom niedergelassenen Facharzt oder durch die Errichtung vorgelagerter Akutordinationen, die auch die Randzeiten bespielen", sagte Mayer. In jedem Fall sei der Ausbau des niedergelassenen Bereichs unbedingt durchzuführen.

Die Ambulanzfrequenzen seien für die Spitalsärzteschaft nämlich schlicht und einfach nicht mehr zu bewältigen: "Seit Jahren bewegen sich die Ambulanzbesuche bei etwa 16 Millionen jährlich. Das bedeutet, dass statistisch gesehen jede Österreicherin und jeder Österreicher zweimal pro Jahr eine Ambulanz aufsucht", so der Chef der Spitalsärzte. Für die Spitalsärzte sei das eine enorme Belastung, die sich zusehends auch gesundheitlich bemerkbar mache. Vor allem ältere Ärzte hätten zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die Burnout-Rate der Spitalsärzteschaft liege bei rund 50 Prozent.

Auch an den Spitzenzeiten sei ersichtlich, dass akuter Handlungsbedarf bestehe: "Wenn die Menschen nachts, am Wochenende oder an einem Feiertag zu uns kommen, dann ist das ein Hinweis darauf, dass die Strukturen im niedergelassenen Bereich ausgebaut werden müssen. Offensichtlich reichen die Öffnungszeiten nicht aus, um die Bevölkerung zu versorgen, und das trotz Wochenend- und Nachtdiensten der niedergelassenen Kollegen", betonte Mayer. Es brauche außerdem gezielte Information der Patienten. Mayer: "Viele Patienten wissen zum Beispiel gar nicht, dass sie über die Notrufnummer 141 jederzeit kompetente Hilfe holen können, wenn der eigene Hausarzt gerade nicht im Dienst ist - auch nachts und am Wochenende."

Schließlich könne das von der ÖÄK entwickelte Modell der Akutordination an den Schnittstellen zwischen Spital und Niederlassung Abhilfe schaffen. "Der Patientenstrom wird in der Akutordination kanalisiert, Notfälle werden sofort behandelt bzw. stationär aufgenommen, die übrigen Fälle werden an den niedergelassenen Bereich verwiesen", führte Mayer aus. Das Modell habe zudem den Vorteil, die Randzeiten bedienen zu können, die erfahrungsgemäß besonders stark frequentiert würden. Das Ergebnis wäre für alle zufriedenstellend: "Die Patienten werden rund um die Uhr versorgt, die Ambulanzen werden spürbar entlastet. Das wäre eine Win-Win-Situation für alle", so Mayer abschließend.

apa.at

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