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APA-Artikel 3. Februar 2014

Virologen: Schon 32 Fälle an Masern in Wien und Niederösterreich

Die Masern gehen in Wien und in Niederösterreich weiterhin um. "Wir haben bei dem aktuellen Ausbruch bereits 32 Fälle in Wien und in Niederösterreich, weiters nochmals zwei Fälle bei medizinischem Personal in zwei verschiedenen Spitälern in Wien und Niederösterreich", sagte Heidemarie Holzmann vom Department für Virologie der MedUni Wien am Montag gegenüber der APA.

"Mehr als zehn Fälle gibt es bereits in einer betroffenen Montessori-Einrichtung. Aber das alles beweist auch, wie wichtig es ist, dass das Gesundheitspersonal gegen die Masern geschützt ist. Die Durchimpfungsrate ist auch in den Spitälern zu niedrig", warnte die Wiener Spezialistin. Mangelnder Masernschutz könne speziell gefährlich werden an Kinderabteilungen, auch in der Betreuung von Immunsupprimierten (geschwächtes Immunsystem; Anm.).

Heidemarie Holzmann: "Das alles zeigt, dass wir bei der Masern-Impfung noch große Lücken bei jungen Erwachsenen, bei medizinischem Personal und kleinen Kindern haben." Babys bis zum elften Lebensmonat, sie können erst ab diesem Zeitpunkt immunisiert werden, sind auf den "Herdenschutz" angewiesen. Er entsteht durch Unterbrechung des Zirkulierens des Masern-Virus nur dann, wenn 95 Prozent der Bevölkerung immun sind.

Gegen die Masern sollten 95 Prozent der Bevölkerung immunisiert sein. Die Erstimpfung sollte ab dem elften Lebensmonat erfolgen (95-prozentige Schutzrate). Die zweite Impfung (noch einmal 95-prozentige Schutzrate und damit faktisch 100 Prozent) sollte auf jeden Fall bis zum Ende des zweiten Lebensjahres verabreicht werden. In Österreich wird derzeit auch allen Erwachsenen bis zum Alter von 45 Jahren die Masernimpfung kostenlos angeboten, um Impflücken zu schließen.

apa.at

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