zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 3. Februar 2014

Abschaffung der Homöopathie durch die Hintertür?

Homöopathie findet seit vielen Jahren breite Zustimmung in Österreich. Sie ist die beliebteste und bekannteste komplementärmedizinische Behandlungsform. Durch die Einführung absurder Gebühren in Europa befürchten ExpertInnen der Initiative "Homöopathie hilft!" nun die Abschaffung der Homöopathie durch die Hintertür.

2012 ist in der Europäischen Union ein umfangreiches Gesetzeswerk zur Sicherheit im Arzneimittelwesen in Kraft getreten. Unter anderem sieht dieses Gesetz die regelmäßige Vorlage eines Sicherheitsberichtes (PSUR=periodic safety update report) vor, in dem schwere Nebenwirkungen zusammengefasst gemeldet und analysiert werden müssen. Grundsätzlich muss dies alle drei Jahre erfolgen, wobei abhängig vom Risikopotential einzelner Substanzen unterschiedliche Fristen zwischen sechs Monaten und 28 Jahren vorgesehen sind. (2) Die Ausgangsstoffe der Homöopathie sind in dieser Liste jedoch nicht erfasst, womit automatisch die 3-Jahres-Frist zur Anwendung gelangt. Diese Frist gefährdet die Homöopathie.

Skandal: Sinnlose Gebühren

Nun soll im Jahr 2014 eine Gebührenordnung in Kraft treten, in der die Bearbeitungsgebühren für diese Sicherheitsberichte durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA geregelt werden. Diese Gebührenordnung sieht für die Begutachtung der PSUR-Sicherheitsberichte eine Gebühr von EUR 19.500,- vor. Während vereinfacht registrierte Homöopathika (z.B. homöopathische Einzelmittel) ohne genehmigtes Anwendungsgebiet von diesen Gebühren generell befreit sind, werden hingegen alle Homöopathika mit genehmigtem Anwendungsgebiet voll von dieser Regelung erfasst. "Die EU würde Millionenbeträge für Begutachtungen einheben, die in diesem kurzen Intervall aufgrund der hohen Arzneimittelsicherheit bei Homöopathika völlig sinnlos wären", so Sabine Lexer. "Das ist doch nur reine Geldmacherei!" Und das auf dem Rücken der Patienten, denn "Für die Patienten bedeutet dies, dass sie in Zukunft auf viele hochwirksame homöopathische Arzneimittel verzichten werden müssen, weil kein Hersteller diese horrenden Gebühren zahlen kann."

Beliebte Therapiemethode

"Besonders beliebt ist Homöopathie bei Frauen, vor allem in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren, sowie bei Familien mit Klein- und Schulkindern", weiß Mag. Sabine Lexer, Pharmazeutin in der St. Anna Apotheke Wien und neue Obfrau der Initiative "Homöopathie hilft!".

88 Prozent der ÖsterreicherInnen - und sogar 92 bis 93 Prozent der Familien mit Klein- und Schulkindern - sind der Meinung, dass homöopathische Arzneien weniger Nebenwirkungen haben als herkömmliche Medikamente. 72 Prozent - und sogar 83 Prozent der Familien mit Schulkindern bzw. 76 Prozent der Familien mit Kleinkindern - führen die gute Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel an. Außerdem sind 63 Prozent aller ÖsterreicherInnen der Meinung, dass Homöopathika für Kinder gut geeignet sind. Das finden auch 73 bis 74 Prozent der Familien mit Klein- und Schulkindern. Haupteinsatzgebiete der Homöopathie sind Husten (45 % Familien mit Schulkindern), Schnupfen (43 %) und leichte Erkältungen (39 %) - siehe GfK-Studie von 2012 (1).

"In Österreich ist eine qualitätsvolle Anwendung durch erfahrene Schulmediziner und Schulmedizinerinnen mit einer qualifizierten Homöopathieausbildung sichergestellt", erklärt Sabine Lexer und beklagt: "Die EU-Bürokratie gefährdet nun die weltweit erfolgreiche Therapie durch fragwürdige finanzielle Hürden."

Initiative "Homöopathie hilft!"

Die Internet-Plattform www.homoeopathiehilft.at bietet ein umfangreiches Service rund um das Thema Homöopathie. Eine Arzneimitteldatenbank zu Bewährten Indikationen, wie z.B. Erkältungen, Adressen von ÄrztInnen und homöopathischen Ambulanzen in ganz Österreich sowie einen Veranstaltungskalender (Vorträge, etc.) finden sich auf der Website. Fachlich wird die Initiative "Homöopathie hilft!" von einem Fachbeirat begleitet, dem MedizinerInnen unterschiedlicher Fachbereiche und ApothekerInnen angehören.

Quellen: 1) GfK Austria, Homöopathie in Österreich, Nutzerbefragung. Repräsentativ für die Österr. Bevölkerung ab 15 Jahren. 2012.

2) List of Union reference dates and frequency of submission of periodic safety update reports (PSURs): http://www.ots.at/redirect/ema1

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben