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APA-Artikel 29. Jänner 2014

Rechnungshof-Zwischenbericht zu AKH-Kliniken-EDV

Ende dieses Jahres soll das gemeinsame neue EDV-Informationssystem (AKIM) von MedUni Wien (Universitätskliniken) und AKH-Wien vollständig in Betrieb sein. Ein am Mittwoch veröffentlichter Zwischenbericht des Rechnungshofes legt Gründe für jahrelange Verzögerungen offen. Mittlerweile ist das Projekt jedoch auf "gutem Weg", betonte man zu dem Report vonseiten des AKH.

"Das AKIM-Grundpaket mit gegenüber der Ausschreibung reduziertem Leistungsumfang soll 2014 abgeschlossen werden. Die für das AKIM-Grundpaket aufzuwendenden Nettoausgaben erhöhen sich gemäß den vorliegenden Planungen (von im Jahr 2000 vorgesehenen 36,34 Millionen Euro, Anm.) auf 60 Millionen Euro", heißt es in der Kurzfassung des Rechnungshofberichtes.

Die Einrichtung eines neuen EDV-Systems für die Universitätskliniken mit ihrem Wissenschaftsbetrieb, für die Patientenversorgung und die Ambulanzen im Wiener AKH war zunächst im Jahr 2000 zwischen Gemeinde Wien und Wissenschaftsministerium vereinbart worden. 40 Prozent sollte der Bund zahlen. Durch gleich "mehrjährige Verzögerungen des Vergabeverfahrens" (Rechnungshof; Anm.) erfolgte die Auftragserteilung erst 2006. Da sollte das System aber laut dem Rechnungshofbericht eigentlich schon laufen. Die bis 2011 aufgetretenen Zeitverzögerungen und zusätzliche Leistungen erhöhten die Kosten.

2009/2010 weigerte sich vorübergehend das Wissenschaftsministerium (MedUni Wien) seine Beiträge zu leisten. Schließlich wurde von den Partnern die Prüfung durch den Rechnungshof initiiert und beidseits akzeptiert.

Der Rechnungshof listet als Gründe für die anfänglichen und langen Verzögerungen bis zum Jahr 2011 vor allem Defizite in den Lenkungsgremien (AKIM-Lenkungsausschuss, AKIM-Projektsteuerung, AKIM-Projektmanagement) auf. Dort sollten Vertreter der MedUni Wien und des AKH zusammenarbeiten.

Mittlerweile ist das komplexe Projekt jedenfalls weit fortgeschritten. Der stellvertretende AKH-Direktor Herwig Wetzlinger, der seit seiner Bestellung im Jahr 2011 daran arbeitet: "Die Rechnungshofprüfer haben gerade bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Mehr als 60 Prozent der Universitätskliniken sind bereits auf das neue System umgestellt. Wir haben für dieses Jahr einen ambitionierten Roll-out-Plan."

Das System besteht einerseits aus einer EDV für die Patientenversorgung, andererseits laufen darauf auch Experten- und Bilddatensysteme für die medizinische Forschung. Wetzlinger: "Was es bisher nicht gab, das ist die vollständige (anonymisierte; Anm.) Datenüberleitung zwischen Patientenversorgung und Wissenschaft. Das hat große Vorteile." Da man aber gleichzeitig mit der Einführung des AKIM-Systems auch an den Universitätskliniken die organisatorischen Abläufe anpasse, sei das - abgesehen vom Computersystem selbst - derzeit die größte Herausforderung.

apa.at

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