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APA-Artikel 28. Jänner 2014

Keine Antidepressiva für Kinder und Jugendliche ohne Psychotherapie

Der Anstieg der Psychopharmakaverordnungen bei Kindern und bei Jugendlichen zeigt, dass psychische Erkrankungen im Kindesalter nicht nur im Ansteigen sind, sondern auch zunehmend erkannt und ernst genommen werden.

Psychische Erkrankungen müssen in jedem Fall von ExpertInnen behandelt werden. ExpertInnen gehen schon lange von der Notwendigkeit eines multimodalen Behandlungsansatzes aus. Deswegen: werden Kindern und Jugendlichen Psychopharmaka verschrieben, ist in der Regel auch eine begleitende Psychotherapie notwendig.

Was vor allem fehlt, sind kassenfinanzierte Psychotherapie und kinderpsychiatrische Kassenstellen!

Der Zugang wird Kindern und Jugendlichen in Österreich erschwert, so Maria-Anna Pleischl, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie (ÖBVP), bezugnehmend auf die Kritik des Team Stronach an den steigenden Antidepressivaverschreibungen für Kinder.

Nur jedes 5. Kind, das Psychotherapie braucht, erhält in Österreich auch einen leistbaren Therapieplatz. Gestützt auf mehrere Studien geht der ÖBVP davon aus, dass zwischen 40.000 und 70.000 Kinder und Jugendliche in Österreich Psychotherapie bräuchten. Tatsächlich erhalten derzeit aber nur knapp 10.000 eine solche. Dabei scheitert die psychotherapeutische Versorgung nicht am Angebot, sondern an der Leistbarkeit für die Familien. "Eltern, die es sich leisten können, finden für ihre Kinder rasch eine Psychotherapie. Eltern, die auf einen kassenfinanzierten Platz angewiesen sind, müssen oft lange Wartezeiten auf sich nehmen", so Karl-Ernst Heidegger, selbst Kinderpsychotherapeut.

Kinder, die aufgrund einer Angsterkrankung oder Depression den Schulbesuch nicht schaffen, können aber nicht Monate auf eine Therapie warten.

Im Unterschied zu den Ausgaben für Psychopharmaka werden die Ausgaben für Psychotherapie in weiten Teilen Österreichs durch die Krankenkassen stark begrenzt.

apa.at

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