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APA-Artikel 27. Jänner 2014

Cannabis - Seit mindestens 6.000 Jahren bekannt

Cannabis ist der Überbegriff für die Hanfprodukte Haschisch und Marihuana. "Bereits vor 6.000 Jahren wurde der Hanf als Textilmaterial genutzt, ebenso lange bekannt sind die psychotropen Eigenschaften des Cannabis", heißt es auf der Homepage der Wiener Beratungsstelle "checkit!".

Dementsprechend wurde das Rauschmittel auch mit religiösen Ritualen in Verbindung gebracht. Cannabis war im Hinduismus dem Gott Shiva geweiht und im rituellen Gebrauch sowie in der traditionellen Medizin Asiens als Beruhigungs- oder Betäubungsmittel in Verwendung. In Europa berichtete demnach erstmals Marco Polo im 13. Jahrhundert von der Verwendung der Hanfpflanze als Droge. In der modernen Medizin gewann Cannabis, insbesondere bei der Behandlung von Glaukompatienten (Grüner Star) sowie zur Unterdrückung des Brechreizes und zur Appetitanregung bei Krebs- und Aids-Patienten und in der Schmerztherapie an Bedeutung.

Tetrahydrocannabinol (THC) ist der wichtigste psychoaktive Wirkstoff der rund 400 unterschiedlichen chemischen Substanzen der Hanfpflanze. Die höchste THC-Konzentration befindet sich im Harz der weiblichen Blütenstände. Haschisch ("Dope", "Shit)" besteht aus dem Harz der Blütenstände der Cannabis-Pflanze, während Marihuana ("Gras", "Ganja") aus einem Gemisch aus zerriebenen Blättern, Blüten und Stengelstücken der Hanfpflanze besteht, so "checkit!"

Die psychoaktiven Effekte von Cannabis hängen von der Dosis, dem Aufnahmeweg, den äußeren Gegebenheiten sowie der Erfahrung und Erwartung der Konsumenten ab und können dadurch recht unterschiedlich sein. THC bindet an den Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Neben einer Veränderung des Zeitempfindens werden vor allem Gefühlszustände und Sinneseindrücke verstärkt. Der Cannabiskonsum kann zu einem gesteigerten Wohlbefinden und Appetit, erhöhter Sensibilität, einer leichten Euphorie, zu Heiterkeit oder Entspannung und Halluzinationen führen. Die euphorische Phase hält etwa ein bis zwei Stunden an und klingt dann langsam ab. Obwohl die meisten Cannabis-Effekte nur wenige Stunden spürbar sind, befindet sich nach 20 Stunden noch immer die Hälfte des aufgenommen THC im Blut.

Cannabis-Konsum hat auch negative Effekte - ganz so wie alle Drogen und Genussmittel ist das dosisabhängig. Es kommt zu einem Anstieg von Herzschlag- und Pulsfrequenz, Rötung der Augen durch die Erweiterung der Blutgefäße etc. Die Wiener Experten. "Negative Effekte wie Schwindelgefühle, Übelkeit und Erbrechen treten vor allem bei erstmaligem Konsum auf. Während der akuten Wirkung von Cannabis kommt es zur Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit - vor allem die Gedächtnisleistung, die Aufmerksamkeits- und die Konzentrationsleistungen sind davon betroffen."

Chronischer Cannabiskonsum kann zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Bei langfristigem, täglichen Gebrauch können Aktivitätsverminderung, Motivations- und Interessenverlust auftreten. Eine leichte Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses nach chronischem Cannabiskonsum kann noch sechs bis zwölf Wochen nach Konsumende beobachtet werden.

Klar: Rauchen ist gesundheitsschädlich, auch das von Cannabis. Die "checkit!"-Fachleute: "Durch das Rauchen kommt es bei chronischem Konsum, ähnlich wie bei Zigarettenrauchern, zu einer gesteigerten Anfälligkeit für Atemwegsbeschwerden, wie Bronchitis, Luftröhren- und Lungenentzündung. Da Cannabisrauch in der Regel tiefer inhaliert und der Rauch länger in der Lunge gehalten wird als beim Zigarettenkonsum, entspricht die Schädlichkeit eines Joints (Kohlenmonoxid und Teer) in etwa der Schädlichkeit von drei bis fünf Zigaretten."

Nie sollte Cannabis bei Herzbeschwerden oder Herzerkrankungen, bei Ängstlichkeit und psychischen Problemen konsumiert werden. THC gelangt über die Plazenta zum Fötus und über die Muttermilch zum Baby. Einige Studien - aber nicht alle - belegen, dass schwangere Frauen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, Babys mit einem geringeren Geburtsgewicht und geringerer Körpergröße gebären. Auf Cannabiskonsum während Schwangerschaft und Stillzeit sollte daher verzichtet werden.

apa.at

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