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APA-Artikel 27. Jänner 2014

Cannabis - Wiener Experten: Kein Problemlöser

"Cannabis kann keine Probleme lösen, sie höchstens für ein paar Stunden vergessen lassen. Fang daher erst gar nicht an, Cannabis als Allheilmittel zu sehen. Wenn du trotzdem rauchst, solltest du den Konsum auf die Freizeit beschränken und nur dann rauchen, wenn du dich gut fühlst", heißt es auf der Homepage der Wiener Beratungseinrichtung "checkit!" - Risiken sollten möglichst vermieden werden.

Zunächst sollten Cannabis-Konsumenten die Auswirkungen des Rauchens bedenken. Ein Irrglaube ist es, dass die Wirkung von Cannabis verstärkt werden kann, wenn der Rauch intensiver inhaliert und länger in der Lunge gehalten wird.

Ein anderes Konsummuster: "Bei oraler Einnahme sind die Wirkungen stärker als beim Rauchen und halten länger an, setzen jedoch später, und zwar bis zu einer Stunde nach der Einnahme ein. Bei oralem Konsum kommt es häufiger zu (Pseudo-) Halluzinationen als beim Rauchen."

THC beeinträchtigt jedenfalls die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit und damit auch die Fahrtüchtigkeit. Starke Leistungseinbußen treten vor allem in der ersten Stunde nach Rauchbeginn auf, wie "checkit!" betont.

Autofahren ist in jedem entsprechend beeinträchtigten Zustand verboten. Das gilt auch für den Zustand unter Einfluss von Rauschmitteln wie Alkohol, Cannabis und kann leicht zum Führerscheinverlust und zu einer Anzeige nach dem Suchtmittelgesetz führen.

Der Erwerb, der Besitz, die Ein- und Ausfuhr, Weitergabe und Verkauf von Cannabis sind in Österreich gerichtlich strafbar (Geld- und Freiheitsstrafen). Auch die Übergabe eines Joints in einer Runde - ohne einen Zug zu machen - kann prinzipiell strafrechtlich als Besitz oder Weitergabe verfolgt werden. Bei Anzeige des Besitzes einer geringen Menge von Cannabis zum eigenen Gebrauch wird die Anzeige von der Staatsanwaltschaft für eine Probezeit von zwei Jahren vorläufig zurückgelegt. In diesem Fall muss die Gesundheitsbehörde überprüfen, ob sich der Betreffende einer gesundheitsbezogenen Maßnahme wie ärztliche Kontrollen, Harnproben, ärztliche Behandlungen, psychologische oder psychotherapeutische Betreuungen unterziehen musst, oder ob auf eine derartige Maßnahme verzichtet werden kann, so "checkit!"

Wenn innerhalb der vorangegangenen fünf Jahre nicht schon einmal eine Anzeige wegen Suchtgifterwerbs oder -besitzes erfolgt ist, kann die Staatsanwaltschaft auf die Auskunft der Gesundheitsbehörde auch verzichten. Dann wird die Anzeige sofort zurückgelegt.

apa.at

  • Frau Gerda Rankweiler, 27.03.2014 um 22:26:

    „Was ist dann bei Hanfsamen legal - siehe hier z.B.: http://www.canna-seed.eu ? Wer kauft das zu Souvenirzwecken ? Oder ist das Strategie zur Aushöhlung des Schwarzmarktes“

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