zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 22. Jänner 2014

Starker Anstieg der FSME-Fälle im vergangenen Jahr

Das sollte vor der "Zecken-Saison" 2014 für Aufmerksamkeit sorgen: 2013 gab es in Österreich mit 98 registrierten FSME-Erkrankungen fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor (52). Mehr als die Hälfte betraf über 50-Jährige, aber auch ein erst vier Wochen altes Baby erkrankte. Es gab zumindest einen Todesfall, teilten Experten vom Department für Virologie der MedUni Wien jetzt mit.

"Derartige jährliche Schwankungen der Inzidenz (Häufigkeit; Anm.) sind geradezu typisch für die Epidemiologie der FSME in Zentraleuropa (...)", schrieben jetzt die Virologen Heidemarie Holzmann, Stephan Aberle und Franz X. Heinz in ihrer Virusepidemiologischen Information.

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis breitet sich jedenfalls in Österreich immer weiter im Westen aus. Die meisten Infektionen erfolgten im vergangenen Jahr in Oberösterreich, Tirol, der Steiermark und Kärnten. Die Experten: "Während bisher Kärnten und die Steiermark die höchsten Inzidenzen aufwiesen, haben jetzt Oberösterreich und Tirol praktisch gleichgezogen, und in allen vier Bundesländern war die Inzidenz 2013 mit 11 bis 15 pro 100.000 Einwohnern doppelt so hoch wie im gesamtösterreichischen Durchschnitt (ca. sechs).

Die FSME-Fälle des Jahres 2013 nach Bundesländern:

- Wien: 2

- NÖ: 2

- Burgenland: 2

- Steiermark: 16

- Kärnten: 9

- Oberösterreich: 32

- Salzburg: 7

- Tirol: 26

- Vorarlberg: 2

Etwa die Hälfte der österreichischen FSME-Patienten war im vergangenen Jahr älter als 50 Jahre. Die Fachleute: "Allerdings waren auch relativ viele Kinder betroffen, wobei eine Meningoenzephalitis mit Krampfanfällen bei einem erst vier Wochen alten Neugeborenen als besonders bemerkenswert erscheint. Das Kind einer ungeimpften Mutter wurde im Mai in Kärnten von einer Zecke infiziert. Zum Glück kam es rasch zu einer Rückbildung der klinischen Symptomatik, und das Kind konnte nach zwei Wochen aus dem Spital entlassen werden, wurde aber über einige Monate weiter antiepileptisch behandelt."

Auch danach wurde noch eine leichte Entwicklungsverzögerung der motorischen Fähigkeiten registriert. Laut den Fachleuten sind Babys im Grunde ähnlich gefährdet wie Erwachsene, nur das geringere Risiko eines Zeckenbisses in den ersten Lebensmonaten verringert die Gefährdung.

Leider gab es 2013 zumindest einen FSME-bedingten Todesfall. Es handelte sich um einen 53-jährigen ungeimpften Oberösterreicher, der an einer sehr schweren Meningoenzephalitis erkrankte. Nach zwei Monaten im Koma erlag der Mann einem Multiorganversagen. Bei einem zweiten Todesfall eines 61-jährigen mehrfachkranken und immungeschwächten Oberösterreichers konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob die Meningoenzephalitis direkt die Todesursache war oder nur indirekt dazu beigetragen hat. Die einzige wirklich effektive Vorsorge gegen die FSME ist die Impfung mit einem fast hundertprozentigen Wirkungsgrad.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben