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APA-Artikel 21. Jänner 2014

MedUni Wien: Strukturreformen werden fortgesetzt

In einem Gespräch zwischen MedUni Rektor Wolfgang Schütz, Betriebsrat, und der ärztlichen Direktion des AKH Wien wurde gestern Montag vereinbart, dass im Zuge der Umstrukturierungen alle Journaldienste in einem der größten Spitäler Europas von MedUni Wien und AKH Wien gemeinsam evaluiert werden. Die MedUni Wien, welche die Journaldienste zu finanzieren hat, begrüßt, dass eine solche gemeinsame Vorgehensweise jetzt auch von Seite der ärztlichen Direktion des AKH Wien ermöglicht wird. "Die Strukturreformen werden fortgesetzt, an der Anzahl der reduzierten Journaldienste wird fest gehalten", sagt MedUni Wien-Rektor Wolfgang Schütz.

Seit Beginn des Jahres 2014 gibt es am AKH Wien statt bisher 173 Journaldiensten 162 Journaldienste pro Nacht. Die Auswahl der reduzierten Journaldienste erfolgte schon bisher in Abstimmung mit den jeweiligen Klinikleitern. Für jeden gestrichenen Journaldienst werden zwei neue Arztstellen geschaffen, also insgesamt 22 zusätzliche ÄrztInnen aufgenommen, die zusätzlich für die Patientenversorgung am Tag zur Verfügung stehen. Erforderlich wurden diese Maßnahmen durch eine Anpassung der Dienstzeiten auf Grund einer neuen Betriebsvereinbarung zum Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) zwischen Betriebsrat und Rektorat der MedUni Wien.

Mit der neuen Betriebsvereinbarung wurde als zentraler Punkt die maximale durchgängige PatientInnen-bezogene Arbeitszeit an Wochentagen von 32 auf 25 Stunden reduziert, um mit ausgeruhten ÄrztInnen die hohe Qualität der PatientInnenversorgung zu gewährleisten. Es handelt sich um eine Maßnahme im fortschrittlichen Sinn: es wurde damit einerseits einer langjährigen Forderung der Österreichischen Ärztekammer und der ärztlichen Mitarbeiter der MedUni Wien selbst nachgekommen, andererseits entspricht die Reduktion der durchgehenden Arbeitszeit auf 25 Stunden einer Annäherung an die aktuellen europäischen Arbeitszeitgesetze: Auch andere renommierte Universitätskliniken wie die Charité - Universitätsmedizin Berlin haben entsprechende Anpassungen in der Vergangenheit durchgeführt. Die Betriebsvereinbarung ist seit 1. September 2013 in Kraft.

PatientInnenversorgung nicht gefährdet

Mit der Einstellung neuer ÄrztInnen erhöht die MedUni Wien die Ressourcen für die PatientInnenversorgung untertags. Denn einige routinemäßige Tätigkeiten, die bisher in der Nacht erledigt wurden, müssen in den Tag verlegt werden. Selbstverständlich betreffen die Umstrukturierungsmaßnahmen in keinem Fall lebensbedrohliche, akute Notfälle, die an der MedUni Wien im AKH Wien tagsüber wie nachts stets unmittelbar versorgt werden. Auch die Schmerzversorgung in der Nacht ist keineswegs gefährdet. Auch hier wurde bereits vor längerer Zeit mit der Klinikleitung akkordiert, dass von den 29 in Wochenend- und Nachtdiensten befindlichen AnästhesistInnen erforderliche spezielle Schmerzbehandlungen wie bisher vorgenommen werden und wie bisher ist einer dieser Dienste ausschließlich auf besonders komplexe Schmerztherapien spezialisiert.

Gemeinsame Betriebsführung ab 2015

Es ist schließlich noch besonders hervorzuheben, dass im Dezember 2011 das Wissenschaftsministerium der Medizinischen Universität Wien eine Überbrückungshilfe für eine in der letzten Leistungsvereinbarungsperiode (2010 12) entstandene Finanzierungslücke gewährte, die der MedUni Wien durch universitätsfremde, ausschließlich der Patientenversorgung dienenden Aufgaben erwachsen ist. Dies wurde an die Forderung geknüpft, strukturelle Maßnahmen gemeinsam mit dem AKH Wien zur Rückzahlung des damals zur Verfügung gestellten Betrages auszuarbeiten.

Im Frühjahr 2012 wurde deshalb das Projekt Universitätsmedizin 2020 Wien gestartet. Ziel der Zusammenarbeit ist eine gemeinsame Betriebsführung von MedUni Wien und AKH Wien, die mit Anfang 2015 in Kraft treten soll. Teil dieses Projekts sind auch eine abgestimmte Leistungs- und Personalbedarfsplanung.

apa.at

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