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APA-Artikel 21. Jänner 2014

Ärztekammer startet neuen Vorsorgeschwerpunkt Augengesundheit

Mit dem Thema "Augengesundheit leitet die Wiener Ärztekammer den zweiten Schwerpunkt der aktuellen Präventionskampagne "Gesagt.Getan.Vorgesorgt." ein. Informationsfolder und Poster sowie eine Website samt Vorsorge-App informieren über die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen für die Augengesundheit und sollen dazu animieren, das große Angebot an Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen.

"Prävention kann nicht oft genug in den Mittelpunkt des medizinischen Handelns und Wirkens gerückt werden", betont Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Gesundheitsvorsorge sei aus den unterschiedlichsten Gründen von enormer Bedeutung: "In manchen Bereichen können präventive Maßnahmen lebensverlängernde Wirkung haben, in anderen wiederum geht damit auch ein erhöhter Lebensstandard für die Menschen einher." Daher seien Maßnahmen für ein gutes Sehen bis ins hohe Alter ebenso wichtig wie die Früherkennung von Systemerkrankungen, die durch erste Symptome in den Augen frühzeitig erkannt werden können.

"Generell gibt es in unserer Gesellschaft die Entwicklung, dass durch die steigende Lebenserwartung Augenerkrankungen in der Bevölkerung zunehmen", schildert Szekeres die gegenwärtige Situation. "Manche Erkrankungen sind besonders tückisch, da sie sich im Frühstadium noch nicht bemerkbar machen." Daher sei es umso wichtiger, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und individuelle Beratungsgespräche beim Augenarzt in unterschiedlichen Lebensphasen in Anspruch zu nehmen, auch wenn keine eigentlichen Beschwerden vorliegen.

Gesundheitsvorsorge für die Augen beginnt im Kindesalter

Ähnlich argumentiert auch Stephan-Markus Radda, Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie sowie Leiter der Ambulanz für Makulaerkrankungen im Hanusch-Krankenhaus: "Je früher Augenerkrankungen erkannt werden, desto beherrschbarer sind sie. Spätfolgen können verringert oder zumindest zeitlich verzögert werden." Daher seien augenärztliche Kontrollen bereits ab dem Kindesalter wichtig, "denn die Entwicklung der Sehkraft findet in der Kindheit statt". Unerkanntes schlechtes Sehen erschwere Kindern außerdem unnötig den Schulalltag. Gutes Sehen sei ein wichtiger Faktor für einen guten Lernerfolg in der Schule.

Seitdem Smartphones und Tablet-PCs weit verbreitet sind, benutzen viele Menschen nicht nur im Büro sondern auch in der Freizeit sehr häufig Bildschirme. "Das wird für die Augen mit der Zeit zu einer großen Herausforderung", erklärt Radda. "Trockene und brennende Augen sind die Folge." Regelmäßige kleine Pausen, bewusstes Zwinkern, eine gute Luftbefeuchtung sowie benetzende Augentropfen können dabei helfen, Probleme zu vermeiden.

 Wichtig für die Früherkennung von Systemerkrankungen

"Augen-Vorsorgeuntersuchungen haben eine besonders große Bedeutung für den generellen Gesundheitszustand", erklärt Radda. "Durch augenärztliche Untersuchungen lassen sich nämlich nicht nur Sehschwächen oder Erkrankungen der Augen erkennen, sondern auch Symptome für Systemerkrankungen, wie Diabetes, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen." Umgekehrt sei es dann auch so, dass Personen, die zum Beispiel über eine Diabeteserkrankung Bescheid wüssten, besonders großen Wert auf die Gesundheit ihrer Augen legen sollten, da die diabetische Retinopathie eine der häufigsten Erblindungsursachen in Österreich sei.

Mit fortgeschrittenem Alter häufen sich auch die Erkrankungen der Augen. Neben dem Grauen Star (Katarakt), der eine unausweichliche Alterserscheinung ist, treten besonders häufig die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) sowie der Grüne Star (Glaukom) auf. "Gerade bei diesen Krankheiten spielt Vorsorge eine besonders wichtige Rolle", betont Radda.

In Österreich sind von der AMD, oder auch Netzhautverkalkung, in etwa 2 Prozent der über 50-Jährigen, in etwa 15 Prozent der über 65-Jährigen und fast 30 Prozent der über 75-Jährigen betroffen. In den Industrieländern ist die AMD der häufigste Grund einer Erblindung. "Es ist sowohl bei der AMD als auch beim Grünen Star sehr wichtig, dass auch ohne Beschwerden regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt gemacht werden, denn nur so können diese Erkrankungen frühzeitig erkannt und der Krankheitsverlauf gebremst werden", erklärt Radda. "Es ist daher unser wichtigstes Ziel im Rahmen der Kampagne, ein Bewusstsein für diese große Bedeutung von Vorsorgemaßnahmen bei allen Wienerinnen und Wienern zu schaffen." (ssch)

Die Ärztekammer hat Informationsmaterialien zum Thema erstellt, die Patienten österreichweit kostenlos direkt auf www.gesagt-getan-vorgesorgt oder in der Pressestelle der Ärztekammer für Wien anfordern können: Tel.: 01/515 01-1223 DW, E-Mail: pressestelle@aekwien.at. Die App "Gesund vorgesorgt." steht für alle User kostenlos im App Store und im Google Play Store sowie alternativ über die neue Vorsorge-Website www.gesagt-getan-vorgesorgt.at zum Download zur Verfügung.

apa.at

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