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APA-Artikel 17. Jänner 2014

neunerhaus-Praxis: Ärztekammer und Grüne fordern fixe Finanzierung

Das Geld für die Wiener neunerhaus-Arztpraxis für Obdachlose reicht nur noch bis April - das gab die Geschäftsführung heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz bekannt. Sowohl die Wiener Ärztekammer als auch die Grünen forderten daher die Sicherstellung der Finanzierung.

Während der Fonds Soziales Wien (FSW) keine weiteren Kosten übernehmen möchte, sieht die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) die Finanzierung gesichert. "Wien braucht eine solche Einrichtung ganz dringend", betonte Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer, in einer Aussendung. An der Finanzierung dürfe dieses Projekt nicht scheitern. Denn obdachlose Menschen seien nicht nur häufiger krank, sondern würden auch eher an Multimorbiditäten - also Mehrfacherkrankungen - leiden. Er appellierte an alle Beteiligten, auch in Zukunft den Betrieb sicherzustellen.

Auch Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen, betonte in einer Aussendung, wie wichtig die Verfügbarkeit von niederschwelligen Angeboten für Obdachlose sei: "Den Betroffenen fällt es schwer, Einrichtungen im öffentlichen Raum in Anspruch zu nehmen. Diese Hürde wird ohne Hilfe nicht überwunden." Dass die Finanzierung nicht gesichert sei, bezeichnete sie als "beschämend".

Das neunerhaus wünscht sich eine Finanzierung in Zusammenarbeit mit der WGKK und dem FSW. Dieser lehnte die Kostenübernahme im Gespräch mit der APA allerdings ab. "Unsere Aufgabe besteht nicht in der Finanzierung von Arztpraxen", so FSW-Sprecherin Iraides Franz. Derartige Parallelstrukturen seien das Gegenteil von Inklusion, obdachlose Menschen sollten vielmehr ihren Anspruch auf Mindestsicherung und somit auf die e-card annehmen.

Bei der WGKK kann man die Geldnöte des neunerhauses nicht nachvollziehen: "Pro Behandlungsfall erhält das neunerhaus im Vergleich zum niedergelassenen Allgemeinmediziner beinahe den doppelten Betrag, da die Patientinnen und Patienten oftmals mit mehrfachen gesundheitlichen Problemen kämpfen", hieß es in einer Aussendung.

Die Honorare würden zudem aufgrund des jüngsten Vertragsabschlusses mit der Wiener Ärztekammer erhöht - die Finanzierung und gesundheitliche Versorgung sei demnach gesichert. Die Versorgung werde "in gewohnter Qualität" weitergeführt. Sowohl WGKK als auch der FSW bedauerten, dass die Verantwortlichen des neunerhauses bisher keinen Kontakt zu ihnen aufgenommen hätten.

apa.at

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