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APA-Artikel 17. Jänner 2014

HOSI Wien höchst erfreut über VfGH-Entscheidung zur künstlichen Befruchtung

"Wir sind höchst erfreut über die heute bekannt gewordene Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs in Sachen Fortpflanzungsmedizingesetz", erklärt Cécile Balbous, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. "Für uns bedeutet diese Entscheidung, dass die langjährige Forderung, eine Gesetzesänderung herbeizuführen, damit der bis dato bestehende gesetzliche Ausschluss von in gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebender Frauen vom Zugang zu medizinisch unterstützter Fortpflanzung beseitigt wird, nun endlich erfüllt wird."

"Immerhin hat ja die Bioethik-Kommission im Bundeskanzleramt bereits im Juli 2012 eine diesbezügliche Empfehlung abgegeben. Zudem teilt auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Ansicht, dass das Recht, 'ein Kind zu bekommen und sich zur Erfüllung des Kinderwunsches die Errungenschaften der Fortpflanzungsmedizin zunutze zu machen', zu jenen Rechten zählt, die vom Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention geschützt werden", so Balbous weiter. "Die heutige Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs ist daher eine logische Konsequenz der Anerkennung von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften."

"Der VfGH trägt damit auch dem Umstand Rechnung, dass der Gesetzgeber es ohnehin nicht verhindern kann, dass Frauen, die schwanger werden können und es wollen, es auch werden. Nun wird der bisherige unsägliche Umstand beseitigt, dass österreichische Frauen zur Erfüllung ihres Kinderwunsches Samenbanken im benachbarten Ausland in Anspruch nehmen oder sich die 'Befruchtung' im Freundeskreis organisieren mussten", ergänzt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. "Bedauerlich bleibt, dass einmal mehr die Gerichte für eine Entscheidung bemüht werden mussten, die eigentlich im Verantwortungsbereich der Politik liegt."

apa.at

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