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APA-Artikel 17. Jänner 2014

Abmeldehürden bei ELGA müssen beseitigt werden

"Uns erreichen derzeit unzählige Anrufe von Patientinnen und Patienten, die sich über die Abmeldemodalitäten von ELGA erkundigen wollen", so Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer. "Dass wir für solche Fragen nicht zuständig sind, ist den meisten Menschen sogar bekannt. Aber sie rufen uns trotzdem an, weil es von der zuständigen Seite offenbar nur mangelhafte Informationen gibt", so der Ärztechef aus Niederösterreich.

Die Klagen der Patientinnen und Patienten umfassen ein breites Spektrum. "Einerseits sind die Menschen nicht mit der Komplexität der Abmeldesystematik einverstanden. Eine Bürgerkarte, eine Handysignatur oder alternativ ein PC mit Internetanschluss, zusätzlichem Drucker und zusätzlichem Scanner oder Kopierer müssen zur Verfügung stehen. Wer hat das schon? Das bereitet schon manchem jungen Menschen ein logistisches Problem. Für betagtere Mitbürgerinnen und Mitbürger sind diese Hürden - ohne auf Hilfe zurückzugreifen - einfach nicht bewältigbar. Sieht so in einem demokratischen Staat die Möglichkeit aus, sich frei entscheiden zu können?"

Wenn man die ELGA Widerspruchstelle unter 050 124 44 11 telefonisch erreicht, dann erhält man die Möglichkeit, sich ein bereits personalisiertes Formular unterschriftsreif zuschicken zu lassen. "Diese Alternativmöglichkeit ist gut, jedoch wird von unzumutbar langen Wartezeiten in den Warteschleifen berichtet. Offenbar hat man seitens der ELGA-Betreiber nicht mit einem derartigen Ansturm an Anfragen gerechnet", so Präsident Dr. Reisner weiter. "In Summe gesehen muss man aber leider auch feststellen, dass der Informationsstand der Bevölkerung zu ELGA sehr bescheiden ist, und damit sehr viel Arbeit auf die Hotline zukommt."

Und dieses Defizit wird derzeit in Niederösterreich durch tausende Ärztinnen und Ärzte ausgeglichen, obwohl die Ärzteschaft für Information rund um ELGA nicht zuständig ist. "Dafür bedanke ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen", so Präsident Dr. Reisner weiter. "Aber ich nehme auch gleichzeitig die Politik in die Pflicht: Nicht wir als Ärztinnen und Ärzte sind dafür zuständig, während der knappen Behandlungszeit Informationen zu einer ELGA zu liefern, die von uns keiner will und keiner für vernünftig hält. Hier wären die Verantwortlichen am Zug, einmal vernünftige und ehrliche Informationskampagnen einzuleiten."

Er sagt aber auch klar und deutlich: "Wir als Demokraten akzeptieren die Entscheidung der Wähler pro ELGA." Das Präsidium der NÖ Ärztekammer gibt auch DERZEIT KEINE Empfehlung zur Abmeldung oder Nicht-Abmeldung von ELGA ab. "Jeder Bürger dieses Landes soll sich selbst ein Bild machen, ob ELGA für ihn in Frage kommt oder nicht", stellt Präsident Dr. Reisner klar. "Aber wenn man den Bürgerinnen und Bürgern das demokratische Recht der Abmeldung einräumt, dann darf es nicht nur Theorie sein. Gerade ältere Menschen sind mit den bestehenden Modalitäten massiv überfordert und scheitern an der Abmeldung, obwohl der Wille dafür vorhanden ist. Das ist einer demokratischen Gesellschaft unwürdig und sollte schnellstens repariert werden", so die Forderung des Präsidiums der NÖ Ärztekammer.

apa.at

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