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APA-Artikel 17. Jänner 2014

Wien braucht die neunerhaus Arztpraxis ganz dringend

Auf die "immense Wichtigkeit einer speziell auf die Bedürfnisse obdachloser Menschen abzielenden medizinischen Betreuung" wies Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres, heute, Freitag, anlässlich des ersten Geburtstags der neunerhaus Arztpraxis in Wien-Margareten hin. Krankheit und Wohnungslosigkeit stünden oft in einem sehr engen Zusammenhang. Daher sei es wichtig, dass Initiativen wie die neunerhaus Arztpraxis ein niederschwelliges und vor allem umfassendes Betreuungsangebot für obdachlosen Menschen bereithielten.

"Wir wissen aus unserer täglichen Arbeit, dass obdachlose Menschen öfter krank sind und auch im deutlich höheren Ausmaß, als dies bei der Durchschnittsbevölkerung der Fall ist, an Multimorbidität leiden." Parallel dazu hätten obdachlose Menschen meist Angst sowohl vor den möglichen Kosten als auch vor der Situation, eine "herkömmliche" Arztordination aufzusuchen. Dies halte Obdachlose davon ab, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, "und diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen".

Szekeres weiß um die schwierige Finanzierungssituation der neunerhaus Arztpraxis. Er appelliert daher an alle Beteiligten, sich intensiv dafür einzusetzen, deren Bestand auch für die Zukunft zu gewährleisten.

Seit 2006 finanzieren die Wiener Gebietskrankenkasse und der Fonds Soziales Wien im Wesentlichen das Team neunerhausarzt und seit 2009 die neunerhaus Zahnarztpraxis. Szekeres hofft nun auf eine Lösung auch bei den Finanzierungsproblemen der neunerhaus Arztpraxis: "Wien braucht eine solche Einrichtung ganz dringend". Sollte es nicht gelingen, das Projekt fortzuführen, stünden die betroffenen Menschen "ein weiteres Mal auf der Straße alleingelassen da".

apa.at

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