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APA-Artikel 9. Jänner 2014

ELGA - Stöger und Hauptverband weisen Hausärzte-Kritik zurück

In der ersten Woche haben sich etwas mehr als 1.800 Patienten von der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) abgemeldet. Ihren vollständigen Austritt aus dem ELGA-System haben mit Stand von heute, Donnerstag, nach Angaben des Gesundheitsministeriums 1.503 Versicherte erklärt. Zusätzlich haben sich 169 Personen von der E-Medikation und 156 von den elektronischen Befunden abgemeldet.

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hat diese Anzahl an Widersprüchen "durchaus erwartet", wie er auf Anfrage der APA erklärte. Sein Ressort verweist darauf, dass es die meisten Austritte am 7. Jänner, dem ersten Tag nach den Weihnachtsferien gegeben habe. Seither sei die Zahl der Abmeldung zurückgegangen und habe sich eingependelt. Stöger will jetzt Aufklärungsarbeit leisten und ist "überzeugt, viele werden sich bald, spätestens aber wenn sie die Vorteile nach dem Start von ELGA sehen, wieder anmelden."

ELGA ist Stöger wichtig, weil es den Patienten viele Vorteile bringe. Er verwies auf "mehr Sicherheit und mehr Qualität der Behandlung, Zeitersparnis, weil Mehrfachuntersuchungen wegfallen". Außerdem bringe es ein Mehr an Datenschutz und Datensicherheit, weil die Patient erstmals wissen werden, was mit ihren Daten passiert und wer auf ihre Daten zugreift. Schließlich werde auch die Kommunikation unter den Ärzten verbessert, argumentiert der Gesundheitsminister.

Heftig reagierte der Vorsitzende des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Hans Jörg Schelling, auf die ELGA-Kritik des Hausärzteverbandes. "Die üble Desinformation und versuchte Manipulation durch Teile der Ärzteschaft ist unerträglich und mit der Ethik eines Arztes nicht vereinbar", stellte Schelling in einer Aussendung fest. Und weiter: "Abmeldung kann Ihre Gesundheit gefährden. Zu Risiken und Nebenwirkungen des Ausstiegs fragen Sie nicht Ihren Arzt."

Schelling zeigte sich auch überzeugt, "dass die Versicherten vernünftig genug sind, nicht vorzeitig aus dem System auszusteigen, weil die Vorteile so eindeutig sind. Wer will schon zweimal zur Blutabnahme, sich mehrmals gefährlichen Strahlungen aussetzen oder auf den Check von Wechselwirkungen bei der Verschreibung von Medikamenten verzichten." Der Vorteil von ELGA sei es, den behandelnden Ärzten rasch und sicher einen Überblick über die aktuellen Informationen wie die verschriebenen Medikamente und deren Wechselwirkungen, Entlassungsbriefe von Krankenanstalten, Labor- und Röntgenbefunde für die Diagnose und Therapie eines Patienten zu verschaffen.

Ideelle Unterstützung erhält der Hausärzteverband hingegen von der Ärztekammer. Praktisch unterstützen werde die Ärztekammer die Kampagne des Hausärzteverbandes gegen ELGA allerdings nicht, weil es dafür derzeit keinen Beschluss der zuständigen Bundeskurie gebe, hieß es auf Anfrage der APA. Der Obmann der Niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart teilte aber in einer Aussendung die Kritik des Hausärzteverbandes. ELGA sei IT-technisch Steinzeit, koste aber Unmengen an Steuergeld. Die Attacken Schellings sind für Steinhart ein Beleg dafür, dass die ELGA-Befürworter durch die Abmeldungen schon nervös geworden seien.

apa.at

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