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APA-Artikel 9. Jänner 2014

ACUS gegen Lockerung des Verbots der Sterbehilfe

In der wieder aufgeflammten Debatte um ein verfassungsrechtliches Verbot der Sterbehilfe in Österreich tritt die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) gegen alle Tendenzen ein, aktive Sterbehilfe zu legalisieren und die bestehende Rechtslage auszuhöhlen. "Die Reaktionen in den letzten Tagen haben klar gezeigt, dass es eine möglichst solide und weitreichende Verbotsregelung gegen sogenannte Sterbehilfe in Österreich geben muss", sagt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Dr. Matthias B. Lauer am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Jede sogenannte Liberalisierung des Sterbehilfe-Verbots gefährdet in Konsequenz die Existenz von Menschen, die als krank oder behindert an den Rand gestellt werden", warnt Lauer.

Entschieden wendet sich der ACUS-Vorsitzende Lauer gegen Versuche, die Lockerung des Sterbehilfe-Verbots humanitär zu rechtfertigen: "Unter dem Deckmantel sogenannter humanistischer Einstellungen werden in der Debatte gerade die Phantasien über den Zustand schwerkranker Menschen geschürt, die die Tötung dieser Menschen als berechtigt erscheinen lassen. Akzeptiert man diese Haltung, erschiene die Frage, ob dies von der Zustimmung des oder der Betroffenen getragen wird oder nicht, zukünftig womöglich als zweitrangig!"

"Es sind weniger neuere Entwicklungen in der Medizin, die die Diskussion um Sterbehilfe vorantreiben, sondern der zunehmende Einfluss einer utilitaristischen Ideologie", führt Lauer aus. "Die Hauptkritik an dieser im Kern neoliberalen und eugenischen Strömung kam seit den 80er Jahren von Aktivistinnen und Aktivisten der Bewegung von Menschen mit Behinderung, die in und hinter den Forderungen nach Freigabe der Sterbehilfe zu Recht die Verleugnung ihres Rechts auf Leben sehen. Diese Stimmen werden aus der gesellschaftlichen Debatte wie gehabt ausgegrenzt", kritisiert der ACUS-Vorsitzende Lauer vehement.

"Sterben ist ein gesellschaftliches, kein individuelles Thema. Sterben ist politisch und der Umgang mit sterbenden Menschen ist ein wesentlicher Maßstab für die soziale Qualität eines Gemeinwesens", stellt der Vorsitzende der ACUS Lauer heraus. "Sterbende und schwer kranke Menschen brauchen menschliche Nähe, optimale Pflege und Unterstützung und es ist eine zentrale gesellschaftliche Verpflichtung, hierfür die Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Wenn sogenannte Sterbehilfe als zulässiges gelinderes Mittel erscheint, ihre Situation zu bewältigen, so werden ökonomische Interessen leichter bedient, die ihnen diese Ressourcen verweigern möchten und auf Kosten dieser Menschen finanzielle Mittel einsparen wollen", warnt Lauer abschließend.

apa.at

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