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APA-Artikel 2. Jänner 2014

AKH Nacht-Journaldienste: Ärztekammer kritisiert Personalreduktion

"Das ist schlicht ein Hohn", so Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres zur heutigen Aussendung der Medizinischen Universität Wien, wonach die Reduktion der Nachtdienste um elf Diensträder die Patientenversorgung verbessere. "Eine Reduktion von Diensten kann niemals eine Verbesserung der Versorgung bedeuten." Es werde zum Beispiel für Schmerzpatienten große Nachteile geben, da diese in den Nachtstunden nicht mehr adäquat versorgt werden können.

Laut MedUni Wien wurden mit 1. Jänner 2014 elf Nacht-Journaldienste gestrichen und dafür 22 neue Ärzte eingestellt, um die neue Betriebsvereinbarung zum Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz umzusetzen. Die Wiener Ärztekammer erklärt sich in dieser Sache mit dem Betriebsrat des AKH solidarisch. Dieser befürchtet nicht nur Zusatzbelastungen für die Mitarbeiter, sondern auch eine Verschlechterung der Versorgung von Patienten.

"Die Argumentation der MedUni Wien, durch eine Verlagerung von routinemäßigen Tätigkeiten von der Nacht in die Tagesstunden eine Entlastung zu schaffen, ist unsachlich und falsch, betroffen werden vor allem die Patientinnen und Patienten sein", kritisiert Szekeres.

Bisher war beispielsweise am Wiener AKH rund um die Uhr ein Experte für Schmerzen im Dienst, der Patienten mit extremen Schmerzen mit einer Schmerzpumpe versorgte. Dieser Dienst wird nun ersatzlos gestrichen. "Für Patienten mit starken Schmerzen bedeutet dies, bis zum nächsten Morgen warten zu müssen, um von einem entsprechenden Experten betreut zu werden", schildert Szekeres die Situation. Auch andere Dienstschienen betreffen medizinische Experten beziehungsweise Assistenten. "Die ersatzlose Einsparung solcher Dienste wird nicht ohne Auswirkung auf die Patienten bleiben."

apa.at

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