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APA-Artikel 30. Dezember 2013

Unverständliche Kritik von BM Stöger an langen Wartezeiten in medizinischen Einrichtungen

Wenn Herr Minister Stöger die langen Wartezeiten bei Ambulanzen und Ordinationen kritisiert, dann kann das nur als Spiegelfechterei betrachtet werden, denn die letzten 5 Jahre war er Minister und zeichnet verantwortlich dafür, dass hochspezialisierte Ambulanzen nicht unbeträchtlich mit Bagatellerkrankungen in Anspruch genommen und für wirklich dringende Fälle blockiert werden. In seine Zeit fällt, dass die Magnetresonanztomographien kontingentiert sind und bei Erreichen des Deckels nur mehr unbezahlt ausgeführt werden können, was ebenso für die physikalischen Einrichtungen gilt - alles Ursachen langer Wartezeiten. Auch scheint dem Herrn Minister entgangen zu sein, dass man die Hausärzte ohne Termin jederzeit erreichen kann und durch den freien Zugang sich zwangsweise lange Wartezeiten ergeben.

Eine Lösung für diese Probleme hat er bislang nicht gefunden. Allerdings reicht bereits das kleine Ein Mal Eins aus, um bei Multiplikation der Patientenfrequenzen mit der zuletzt geforderten mehr als 15 minütigen Konsultationsdauer die Wartezeiten errechnen zu können. Der Vollständigkeit halber muss der Herr Minister allerdings noch die bürokratischen Belastungen (Chefarztpflicht - das Rezept rennt nicht von alleine) Dokumentationspflichten etc dazurechnen, dann weiß er ganz genau wo die Wartezeiten herkommen - und das soll er endlich der Bevölkerung auch sagen und vielleicht einmal selbst eine Ordination oder Ambulanz aufsuchen, um abseits bevorzugter Ministerbehandlung die Realität zu erleben! Eine Realität im Spannungsfeld zwischen mangelnder Bezahlung und gleichzeitigem Anspruch auf Rundumversorgung nach Wellnesskriterien!

Keine guten Aussichten für die nächsten 5 Jahre!

MR.Dr. WERNER Wolfgang, Arzt für Allgemeinmedizin, 1100 Wien Weitmosergasse 3, Bezirksärztevertreter Wien 10, Präsident ÖHV Wien, Vizepräsident Bundes-ÖHV,

apa.at

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