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APA-Artikel 27. Dezember 2013

In fünf Kantonen sind Impfungen in Apotheken möglich

Nicht überall in der Schweiz muss zum Arzt, wer sich gegen Grippe impfen lassen will. In fünf Kantonen können auch Apotheken impfen, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Das Angebot gibt es in Zürich, Basel-Landschaft, Solothurn, Neuenburg und im Tessin.

Insgesamt 400 Apotheker hätten bereits eine Bewilligung zum Impfen erhalten oder seien daran, die dafür nötige Weiterbildung zu absolvieren, sagte Stephanie Rohrer, Sprecherin des Schweizerischen Apothekerverbandes pharmaSuisse, der Nachrichtenagentur sda.

Damit die Spritze gesetzt werden kann, müssen die Apotheker eine Fortbildung absolvieren, Rettungstechniken ausweisen, über einen abgetrennten Raum verfügen und vom Kanton eine Bewilligung einholen. Die Impfwilligen wiederum müssen ein ärztliches Rezept vorweisen.

Das wirke eher abschreckend, bedauert Marcel Mesnil, Generalsekretär von pharmaSuisse. Auch wenn ein Rezept über Telemedizin erhältlich sei, verliere das Impfen in der Apotheke damit den beabsichtigten Zweck. Laut Mesnil will der Apothekerverband nun darauf hinwirken, dass die Kantone in der Gesetzgebung auf diese Auflage verzichten.

Die Apotheker wollen nicht Ärzte konkurrenzieren, sondern mit ihrem Angebot gesunde Erwachsene ansprechen, die oft keinen behandelnden Arzt haben, wie Christian Repond, Präsident des Freiburger Apothekervereins, kürzlich dem Regionalsender "La Télé" sagte. Ziel sei, dass sich mehr Menschen impfen lassen, namentlich gegen Grippe.

Auch in Freiburg möchten die Apotheker impfen dürfen. Die Gesundheitsbehörden haben den Auftrag, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag auszuarbeiten. Repond hofft, dass er bis zum Winter 2014/2015 in Kraft gesetzt werden kann.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) unterstützt das Impfen in Apotheken. Amtschef Pascal Strupler anerkennt zwar, dass mit dieser Möglichkeit eine gewisse Konkurrenz für die Ärzte entsteht. Wie er "La Télé" sagte, führt das BAG mit beiden Seiten Gespräche, um eine Lösung zu finden.

Die Apotheker wollen bei Impfungen ein medizinisches Dossier eröffnen. Sie erwarten, dass sie Fälle aufdecken, die sie an einen Arzt oder an eine Ärztin weiterleiten müssen.

apa.at

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