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APA-Artikel 23. Dezember 2013

Behinderung ist nicht heilbar, genauso wenig wie ORF-Ignoranz

Trotz heftiger Proteste der Behindertenvereine, behinderter Menschen und Eltern behinderter Kinder, den BehindertensprecherInnen aller Parlamentsparteien und trotz deutlicher Kritik der Hilfsorganisation Lebenshilfe, Caritas und Diakonie hält der ORF am äußerst umstrittenen Licht ins Dunkel Generalspot fest und strahlt ihn weiter aus.

Zum Hintergrund

Der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung, Dr. Franz-Joseph Huainigg, hat bereits in einer Presse-Aussendung am 19.11. den diesjährigen Generalspot der Aktion "Licht ins Dunkel" als Diskriminierung und Verstoß gegen die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen kritisiert.

"Der Spot mit Kindern, die sich über ihre Zukunft unterhalten, wirkt auf den ersten Blick sehr harmlos, hat es aber in sich", so der Abgeordnete zum Nationalrat, der weiter erklärt: "Ein Junge meint im Spot, dass er Knochendoktor, Nervendoktor, Muskeldoktor und Gehirndoktor werden möchte, damit sein behinderter Bruder Fußballspieler werden kann. Damit wird impliziert, dass Behinderung heilbar ist." Die UN-Konvention und alle Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung der Bundesregierung stellen jedoch die Fähigkeiten und nicht die Defizite in den Vordergrund. "Das medizinische Modell der Behindertenpolitik wurde schon vor Jahren durch das soziale Modell abgelöst. Man ist nicht behindert, man wird behindert." Huainigg drückte bereits damals seine Erwartung von einem öffentlich-rechtlichen Sender aus, dass dieser die Intention der Inklusion, des selbstbestimmten Lebens und der Gleichstellung durch Bewusstseinsmaßnahmen unterstützt und diese nicht konterkarieren soll, wie es durch diesen Spot passiert.

Für Huainigg ist der diesjährige "Licht ins Dunkel"-Spot ein starker Rückschritt bei der Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien. So hat er bereits im November den ORF aufgefordert, den Spot einzustellen. Eine Forderung, der sich zahlreiche Behindertenvereine, behinderte Menschen und Eltern anschlossen, aber ohne Wirkung blieb. "Behinderung ist nicht heilbar. ORF-Ignoranz scheinbar auch nicht", sagt Huainigg und fordert gleichzeitig auf, trotzdem zu spenden: "Ihre Spende heilt beides nicht, hilft aber!"

apa.at

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