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APA-Artikel 19. Dezember 2013

Gesundheit - Kieferorthopäden skeptisch zu Gratis-Zahnspangen

Der Verband Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK) warnt vor Fallstricken bei der Einführung der "Gratis-Zahnspange". "Für eine Vollversorgung werden die budgetären Mittel nicht ausreichen, daher fordern wir, dass die Bezuschussung durch die Krankenkassen an eine zeitgemäße Beurteilung des tatsächlichen medizinischen Behandlungsbedarfs gebunden wird", erklärte VÖK-Präsident Martin Brock.

Der Grundgedanke sollte nach Ansicht Brocks prophylaktisch sein. Im Mittelpunkt sollte wie in zahlreichen anderen europäischen Ländern die Frage stehen, wie wahrscheinlich eine Fehlstellung im späteren Leben die Gesundheit beeinträchtigen kann, meinte Brock am Donnerstag in einer Aussendung. Völlig ungeklärt scheint ihm die Qualitätssicherung in diesem Bereich: "Ohne vernünftige Maßnahmen zur Qualitätssicherung ist davon auszugehen, dass es über kurz oder lang zu einem massiven Anstieg von Zweitbehandlungen kommt. Das hätte eine unkalkulierte Erhöhung der Kosten zur Folge." Die Sozialversicherer würden darauf, wie in anderen Bereichen, wahrscheinlich mit einer Deckelung der Leistungen reagieren, warnte der Kieferorthopäde.

Die Grünen begrüßen das Vorhaben, Zahnspangen für Kinder und Jugendliche künftig vollständig von den Krankenkassen zu finanzieren, verlangen aber ebenfalls Qualitätsverbesserungen in diesem Bereich. Gesundheitssprecherin Eva Mückstein forderte die Schaffung eines Fachzahnarztes für Kieferorthopädie und ein Berufsregister "im Sinne der Qualitätssicherung". Nicht nachvollziehbar ist für sie, dass es zwar eine dreijährige Zusatzausbildung zum Kieferorthopäden gibt, die Absolventen aber den Titel nicht verwenden dürfen.

apa.at

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