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APA-Artikel 18. Dezember 2013

Honorarstreit für Österreicher unerträglich

Der Honorarstreit um Magnetresonanz- (MRT) und Computertomografie (CT) zwischen Radiologen und Sozialversicherung wird auf dem Rücken der Patienten ausgetragen und ist ihnen unzumutbar. Das ist die Meinung der meisten Österreicher in einer brandaktuellen, repräsentativen Umfrage von OEKONSULT und der NÖ Patientenanwaltschaft. Statt Angstmache, Säbelrasseln und Feilschen um mehr Geld fordern sie ein klares Bekenntnis zur Versorgungssicherheit und leistbaren Untersuchungen mittels e-card.

"Der Auftrag an beide Seiten ist mehr als eindeutig", so Niederösterreichs Patientenanwalt Gerald Bachinger. "Knapp 96% der Befragten halten den Streit für unerträglich und fordern eine rasche Lösung, um den drohenden vertragslosen Zustand und damit eine finanzielle Belastungswelle abzuwenden. Und sie sehen die drohenden Folgen realistisch: Fast drei Viertel glauben, dass viele Patienten, die ein MRT oder CT bräuchten, auf Spitäler und Ambulanzen ausweichen werden, wo es keine 'Vorkasse' gibt."

Selbstbehalt durch die Hintertür

"Wie so oft durchschauen die Menschen Interessenlagen und auch die Absichten", analysiert Bachinger. Mehr als drei Viertel der Befragten glauben nicht, dass es den Fachärzten so schlecht geht, wie Ärztevertreter das gerne darstellen. 64% sehen im Lobbying für das Wahlarztsystem einen Schritt in Richtung Zweiklassenmedizin und 'Selbstbehalte durch die Hintertür'. Noch mehr, nämlich acht von zehn Befragten, befürchten eine Abkehr vom Recht auf gleiche medizinische Versorgung für alle, wenn man mit Privatzahlungen und Bargeld monatelanges Warten auf fachlich indizierte Untersuchungen in Instituten umgehen und verkürzen kann.

Eine ganz klare Absage gibt es auch für den Vorstoß, bestimmte Leistungen nur noch gegen Bargeld zu erbringen. Neun von zehn Befragten sagen, das untergrabe das bargeldlose e-card-System und damit das gesamte heimische Gesundheitssystem. Die e-card und deren Rahmenbedingungen dürfen weder infrage gestellt noch ausgehebelt werden. 70% der Befragten gehen davon aus, dass Vorfinanzierungen durch PatientInnen primär finanziell schwächer gestellte Menschen treffen werden. Bachinger: "Das sollte den Streitparteien zu denken geben, denn offenbar fühlen sich die Menschen in ihren Interessen nicht wahrgenommen und vertreten."

Quelle: "MRT & CT 2014 - ÖsterreicherInnen zur drohenden Vertragslosigkeit" OEKONSULT

 

apa.at

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