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APA-Artikel 16. Dezember 2013

Weiterhin keine Einigung im CT- und MRT-Honorarkonflikt

"Die schwierigen Verhandlungen um neue Honorare für Untersuchungen mit Magnetresonanz- und Computertomografen werfen eine Frage auf: Dürfen Gesundheitsleistungen nur mehr nach Maßgabe eines vorgegebenen Budgets gewährt werden oder entscheidet der Bedarf der Patienten?" So beschreibt der Präsident der Ärztekammer für Kärnten, Dr. Josef Huber die jetzige Debatte. Er befürchtet, dass dieser Honorarkonflikt der erste Schritt ist. Weitere im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform werden folgen. Denn diese sehe einen finanziellen "Deckel" für viele Leistungen vor.

Die Notwendigkeit jeder MR- und CT-Untersuchung werde ohnehin doppelt geprüft. "Zuerst wird sie vom behandelnden Arzt angefordert. Dann muss sie der Chefarzt der Krankenkasse genehmigen, ehe sie der Radiologe durchführt. Es ist daher höchst unfair, wenn man von ihm verlangt, dass er dabei ein Kostenlimit einhalten muss", kritisiert Huber.

Die Krankenkassen limitieren mit ihren Kostenvorgaben die Untersuchungszahl. Ist das Kontingent erschöpft ist, müssen Patienten warten. Für Huber ist dies ein falsches Sparen, weil es das System nicht billiger, sondern teurer macht. "Jede verspätete Untersuchung zögert die Genesung des Patienten hinaus und verursacht höhere Krankheitskosten."

Weiters werde damit der medizinische Fortschritt gebremst. "Die MR-Diagnostik schreitet rasch voran. Immer mehr Krankheiten können damit früher und verlässlicher diagnostiziert werden. Damit kommt es automatisch zu mehr Untersuchungen. Diesen Aspekt klammern die Krankenkassen bei ihrem Kostendeckel komplett aus", kritisiert Huber.

Er drückt die Hoffnung aus, dass diese Argumente die Sozialversicherung zum Einlenken bewegen. Nötig sei ein Konsens, damit den Patienten ein vertragsloser Zustand ab 1.1.2014 erspart bleibt. Gänzlich unverständlich sind für ihn die Überlegungen einzelner Kassenvertreter - wie zuletzt auch seitens der Kärntner Gebietskrankenkasse geäußert - dass die Untersuchungen bei einer Nichteinigung nur mehr in den Spitälern stattfinden sollen.

"Den zusätzlichen Patientenansturm könne das mehr als ausgelastete medizinische und technische Personal in den Krankenhäusern niemals bewältigen. Außerdem würde dies allen Reformversprechen, mehr Leistungen in den niedergelassenen Bereich zu verlagern, total widersprechen", so Dr. Huber und er appelliert abschließend: "Die Sozialversicherung ist dringend aufgefordert, im Interesse der Patienten eine rasche Einigung herbeizuführen".

apa.at

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