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APA-Artikel 16. Dezember 2013

Termin beim "OBÄRArzt": Teddy-Klinik in Wien nimmt Kindern Angst

Sie röntgen, verarzten, hören ab und füllen hoch konzentriert Formulare aus: Kinder übernehmen im Wiener "Teddybären-Krankenhaus" die klassischen Aufgaben ihrer Eltern, wenn diese mit ihnen zum Arzt müssen. Patienten sind Kuscheltiere oder Puppen. Heute und morgen führen Medizinstudenten den Nachwuchs spielerisch und doch realistisch an diese ungewohnte und unangenehme Situation heran.

50 Wiener Medizin- , Zahnmedizin- oder Pharmaziestudenten pro "Schicht" haben am 16. und 17. Dezember Dienst als "TeddyDoc" bzw. "OBÄRArzt": Sie nehmen die Kinder zwischen fünf und acht Jahren unter ihre Fittiche und führen sie in ihr zukünftiges Arbeitsumfeld ein - so realistisch wie möglich. Ob Blutabnahme, Erste Hilfe, Röntgen, CT oder eine Operation an einem der Spezial-Teddybären, die man aufzippen und wieder zu nähen kann: Im Ernstfall soll all dies nicht mehr ganz so neu und bedrohlich wirken. Auch eine Zahnklinik und Erste Hilfe werden thematisiert.

Ziel sei es, frühzeitig die Angst vor den "Männern und Frauen in Weiß" abzubauen, so MedUni-Vizerektorin Wien Karin Gutierrez-Lobos. Ihre Institution kooperiert bei dem Projekt mit Austrian Medical Students' Association (AMSA), der Wiener Ärztekammer und dem akademischen Fachverein Österreichischer PharmazeutInnen (aföp). "Die Kinder haben danach zumeist viel weniger Angst vor dem Arztbesuch", erläuterte der Leiter des Organisationsteams, Bert Engelhardt.

Einzeln oder in Gruppen durchlaufen die flauschigen Patienten interaktiv alle "klassischen" Stationen eines Klinikbesuchs: Die Stofftiere kommen mit ihrer "Betreuungsperson" in den Wartesaal und werden je nach Art der Beschwerden an die jeweiligen Abteilung "überwiesen". Anamnese, Erstuntersuchung, Aufnahme. Die Krankengeschichte denkt sich das Kind selbst aus: Die fünfjährige Sarah etwa ist mit ihrer getigerten "Maus" gekommen, die sich am Bein verletzt hat. Wie viele ist der blonde Lockenkopf recht schüchtern, aber auch sehr interessiert - immerhin möchte sie selbst einmal Ärztin werden, erzählte sie im APA-Gespräch.

Auf jeder Station steht den Sprösslingen die Möglichkeit offen, selbst als Assistent des behandelnden Arztes "zuzupacken" oder mitzuhelfen: Vielen mögen den praktischen Teil am liebsten, erläuterten Vertreter des "Samariterbundes", der mit einem Rettungsauto vor der Türe vertreten ist. Blaulicht und Sirene faszinieren die Kleinen - viele finden es aber auch schlicht spannend, ein derartiges Fahrzeug von innen zu sehen.

Die letzte Station ist meist die "hauseigene" Apotheke, wo Rezepte für Salben, Kapseln oder Tee eingelöst werden können und der eine oder andere Tipp für eine schnellere Genesung mitgegeben wird. Dem flauschigen Patienten jeden Tag eine Geschichte für einen besseren Heilungsverlauf vorzulesen kann beispielsweise kaum schaden.

(S E R V I C E - Das Wiener Teddybären-Krankenhaus ist am 16. und 17. Dezember von 13.00 bis 16.00 Uhr bei freiem Eintritt für jedermann geöffnet. Wiener Ärztekammer, Weihburggasse 10-12, 1010 Wien. Für Einzelpersonen und Kleingruppen ist keine Anmeldung erforderlich. Bitte mitbringen: Kuscheltier und Hausschuhe. Nähere Informationen unter www.teddy-krankenhaus.at)

apa.at

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