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APA-Artikel 11. Dezember 2013

Spitalsärzte und Pflegepersonal: Zu viele berufsfremde Tätigkeiten

Am Schreibtisch statt am Krankenbett, Essen servieren und Saubermachen: Ärzte und Pflegepersonal in Spitälern verbringen rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit berufsfremden Tätigkeiten. Darauf wiesen Ärztekammer und Krankenpflegeverband am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien hin. Sie fordern eine Entlastung durch strukturelle Änderungen, nämlich mehr Personal für diese Tätigkeiten.

In Österreich wurden im vergangenen Jahr mehr als 2,8 Millionen Patienten nach stationären Aufenthalten aus Krankenhäusern entlassen, um fast eine Million mehr als 1992. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug zuletzt vier Tage, 20 Jahre zuvor waren es 6,4 Tage. Das bedeute einen entsprechenden Mehraufwand bei Aufnahmen, der Anamnese und dem Erstellen von Pflege- und Behandlungskonzepten, sagte Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV). Immer mehr ältere Menschen und damit chronisch kranke Patienten tragen ebenfalls zu mehr einem höheren Aufwand bei.

Rund 40 Prozent seiner Arbeitszeit verbringt ein Spitalsarzt mit administrativen Aufgaben, unter andere mit der Dokumentation der Therapie. Dazu sollte es Hilfspersonal geben, forderte Harald Mayer, Vizepräsident der Ärztekammer. Schon die Entlastung um die Hälfte der Dokumentationstätigkeit würde einen Teil des Ärztemangels kompensieren. "Politikern ist es wichtiger, dass wir schön dokumentieren als dass wir ordentlich behandeln", formulierte der Obmann des Bundeskurie Angestellte Ärzte provokant.

"Es ist unerfreulich, in diesem System zu arbeiten", sagte Mayer und zitierte eine aktuelle Umfrage, laut der 70 Prozent der Ärzte sich nicht vorstellen können, bis zu 65, also bis zur Pensionierung, im Spital zu arbeiten. Beim Pflegepersonal - die Ausbildung dauere drei Jahre, so Frohner - beträgt die sogenannte Verweildauer überhaupt nur vier bis sechs Jahre.

apa.at

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