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APA-Artikel 11. Dezember 2013

Zwischenfälle in österreichischen Spitälern

Immer wieder berichten Österreichs Medien von Zwischenfällen in Österreichs Spitälern mit schweren, manchmal tödlichen Folgen für Patienten. Schnell wird dabei in der Öffentlichkeit von "Kunstfehlern" gesprochen, zu klären haben dies Gutachten und Gerichte. Ob Behandlungsfehler vorliegen, ist zunächst nicht immer leicht zu beurteilen.

Nachfolgend ein Überblick über einige Fälle der vergangenen Jahre:

Dezember 2013 - Im LKH Graz wird einem Chemotherapie-Patienten eine Injektion in den Rückenmarksbereich statt intravenös verabreicht. Der Mann muss intensivmedizinisch behandelt werden. Die Spritze hatte aus zunächst unbekannten Gründen keine Kennung.

Juni 2012 - Ein vierjähriges Mädchen stirbt nach einer Zahn-Operation im LKH-Univ. Klinikum Graz. Der tragische Ausgang - das Mädchen hat in der Narkose einen Lungenkrampf erlitten - sei "schicksalhaft" gewesen, befinden Gutachter später. Die Ärzte trifft keine Schuld.

Oktober 2011 - Im Zuge einer Magenspiegelung bei einer Dreijährigen an der Innsbrucker Kinderklinik kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem das Narkosemittel Propofol eine Rolle spielt. Das Mädchen stirbt unerwartet. Nach dem Vorfall wird an der Innsbrucker Kinderklinik Propofol verboten.

März 2011 - In Korneuburg werden zwei Ärzte eines Weinviertler Spitals zu Geldstrafen verurteilt. Sie hatten nach Ansicht des Gerichts einer 82-Jährige eine zu hohe Dosis eines Medikaments verabreicht. Die alte Frau, die eigentlich nur wegen einer Prellung ins Spital gekommen war, stirbt.

Juni 2010 - Einer 90-Jährigen wird im Krankenhaus St. Johann in Tirol (Bezirk Kitzbühel) das falsche und wenige Tage später auch das kranke Bein amputiert. Der Fall wird untersucht, einer der mutmaßlich Beteiligten suspendiert.

April 2010 - Ein Dreijähriger wird an der Innsbrucker Kinderklinik nach einer fast überstandenen Scharlacherkrankung wegen Verstopfung mit einer zu hohen Dosis Einlaufflüssigkeit behandelt. Der Bub, der an chronischer Niereninsuffizienz litt, stirbt an einer Stoffwechselentgleisung. Ein Oberarzt wird in zweiter Instanz vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen - die Gefährlichkeit des Mittels sei damals nicht bekannt gewesen.

März 2007 - Eine Ärztin nimmt am Straflandesgericht Leoben das Angebot einer Diversion an. Sie hat im Jahr 2005 zwei Patienten ein Medikament falsch verabreicht, ein 86-jähriger Mann stirbt kurze Zeit später. Sachverständige können aber keinen ursächlichen Zusammenhang mit dem Fehlverhalten der Ärztin und dem Tod feststellen.

apa.at

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