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APA-Artikel 2. Dezember 2013

Frauenberger und Wehsely: Solidarität mit HIV-Positiven

Am 1. Dezember wird der Welt AIDS Tag begangen, der 1988 von der WHO eingeführt wurde. Heute zeigen weltweit Menschen mit der roten Schleife ihre Solidarität mit HIV-Erkrankten. Auch am Rathaus wurde zu diesem Anlass die Fahne mit der roten Schleife gehisst.

Die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger und die Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely zeigen so gemeinsam mit Dennis Beck von der AIDS Hilfe Wien und der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen ein Zeichen für alle von HIV und AIDS Betroffenen.

Wiener Einsatz gegen HIV

"Wir blicken beim Thema AIDS über die Stadtgrenzen und beteiligen uns dabei, HIV auf der ganzen Welt zu bekämpfen", beschreibt Stadträtin Sandra Frauenberger, warum Wien im Rahmen seiner Entwicklungszusammenarbeit 2013 "Hope 87" gefördert hat. Das Projekt erreicht mit Hebammen und MitarbeiterInnen in Schulen und Jugendzentren 7.750 Menschen im Senegal. Dadurch werden Frauen geschult, wie die Mutter-Kind Übertragung verhindert werden kann und Jugendliche werden zum Thema Sexualität und HIV/AIDS aufgeklärt. "Ziel von "Hope 87" ist es zusätzlich, die Stigmatisierung und Ausgrenzung von AIDS-Kranken zu verhindern. Wir müssen nicht nur die Krankheit selbst, sondern auch das soziale AIDS, also die Diskriminierung HIV-infizierter Menschen, bekämpfen", betont Frauenberger.

Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, hinter jeder Statistik ein persönliches Schicksal. "Obwohl eine HIV-Infektion heute keine unmittelbar tödliche Krankheit mehr bedeutet, sondern aufgrund der ausgezeichneten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten eine gut behandelbare chronische Erkrankung geworden ist", betont Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely dennoch: "Es gibt keinen Grund sich mit dem bisher Erreichten zufrieden zu geben." Zudem schwindet seit Jahren die Angst vor einer Ansteckung, viele Menschen schützen sich nicht mehr ausreichend.

Die Stadt Wien macht HIV und AIDS seit vielen Jahren zum Thema, um aufzuklären, vorzubeugen und im Falle einer Infektion auch entsprechende Therapien und Begleitmaßnahmen anbieten zu können. Enttabuisierung und Aufklärung sieht Sonja Wehsely weiter als zentrale Aufgaben im Kampf gegen AIDS: "Im Falle einer HIV-Infektion ist eine frühe Diagnose doppelt wichtig: Die medizinischen Therapien können rasch starten und sind dadurch effizienter. Auch eine unwissentliche Weitergabe des Virus kann verhindert werden. Und auch wenn eine HIV-Infektion mittlerweile eine behandelbare chronische Erkrankung geworden ist, gilt noch immer: Nur Kondome schützen! In seiner sozialen Dimension geht es um die gesellschaftliche Integration von HIV-Infizierten. An uns liegt es, allen Menschen mit einem erhöhten Risiko einen Test zu ermöglichen."

Die Stadt Wien setzt auf Prävention

Der Fonds Soziales Wien (FSW) fördert beispielsweise Projekte und Einrichtungen, die sich mit HIV und AIDS befassen, unter anderem den Verein HIV mobil, der auf Hauskrankenpflege und medizinische Hauskrankenpflege für Menschen mit HIV/AIDS spezialisiert ist. Die Aidshilfe Wien bietet unter anderem soziale Betreuung und ein Tages- und Aktivzentrum, das eine jährliche Förderung vom FSW erhält - heuer waren es 760.000 Euro.

Im stationären Bereich bieten das AKH und das Otto-Wagner-Spital höchste Behandlungsqualität für HIV- und AIDS Kranke. Im AKH, Bereich "4 Süd", befindet sich Österreichs größte Betreuungseinrichtung für HIV- und AIDS-Kranke. Im Jahr 2012 standen 1.133 PatientInnen in der HIV-Ambulanz des AKH Wien unter Betreuung, insgesamt waren 8.569 Patientenkontakte zu verzeichnen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der wissenschaftlichen Forschung, hier werden sowohl klinische Studien durchgeführt als auch Grundlagenforschung betrieben.

Auf der Immunambulanz des Otto-Wagner-Spitals werden unter anderem Schulungen für PatientInnen angeboten, um eine regelmäßige Medikamenteneinnahme zu gewährleisten, die entscheidend für den Therapieerfolg ist. Zudem werden laufend HIV positive schwangere Frauen oder Paare mit Kinderwunsch betreut. Das HIV Übertragungsrisiko Mutter-Kind kann mit einer vollwirksamen HIV Therapie auf nahezu null gesenkt werden.

Im "ambulatorium suchthilfe Wien" werden kostenlos HIV-Tests durchgeführt, seit August 2012 gibt es einmal in der Woche eine HIV/AIDS-Spezialambulanz. Das Angebot umfasst Beratung, Diagnostik und Behandlung durch HIV-SpezialistInnen. Natürlich ist auch die Substitutionsbehandlung ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der HIV-Übertragungsrate. Aktuell befinden sich im "ambulatorium suchthilfe Wien" etwas mehr als 300 PatientInnen in Substitutionsbehandlung. Das Spritzentauschprogramm, das in Wien seit mehr als 20 Jahren erfolgreich durchgeführt wird, verfolgt das Ziel, Infektionen mit dem HI-Virus, Hepatitis-Viren und anderen Krankheitserregern zu verhindern. Suchtkranke können so in der sozialmedizinischen Einrichtung "jedmayer" ihre gebrauchten Spritzen gegen sterile Sets tauschen.

 

apa.at

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