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APA-Artikel 29. November 2013

Mückstein zu Welt-Aids-Tag: Diskriminierung von HIV-positiven ArbeitnehmerInnen muss bekämpft werden

Nach Schätzungen der Studie "HIV/AIDS in Österreich" (August 2012) leben hierzulande zirka 7.000 bis 8.000 HIV-infizierte Personen. Laut Aidshilfe gehen rund zwei Drittel der HIV-positiven Menschen einer geregelten Arbeit nach, der Großteil verschweigt die Infektion. Durch die enormen Fortschritte in der Medizin ist HIV/AIDS zu einer chronischen Erkrankung geworden. Die Gesellschaft hat mit dieser Entwicklung in Richtung Normalisierung jedoch nicht Schritt gehalten. Die Betroffenen sprechen nicht über ihre Infektion, weil sie Angst haben, ihren Job zu verlieren und ihre Existenz aufs Spiel zu setzen.

"Diese Geheimhaltung stellt eine hohe Belastung für HIV-positive ArbeitnehmerInnen dar und beeinträchtigt massiv deren Lebensqualität ", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein und ergänzt: "Die Betroffenen wünschen sich ein Klima der Toleranz und Offenheit, das es ermöglicht, sich gegenüber den KollegInnen outen zu können".

Wenn der positive HIV-Status bekannt wird, so kommt es derzeit leider immer wieder zu Diskriminierungen, Ausgrenzung, übler Nachrede, Mobbing und zum Verlust des Arbeitsplatzes. Die Empfehlung 200 der Internationalen Arbeitsorganisation IAO betreffend HIV und Aids und die Welt der Arbeit, bietet Leitfaden für Fragen der Menschenrechte und Arbeitsplatzsicherheit. Absatz 33 der Empfehlung bezieht sich auf Aufklärungsmaßnahmen, dass HIV nicht durch zufälligen körperlichen Kontakt übertragen wird und dass die Anwesenheit einer mit HIV lebenden Person nicht als Gefahr an der Arbeitsstätte angesehen werden sollte. In der IAO-Empfehlung wird ausdrücklich festgehalten, dass aufgrund der anhaltenden Diskriminierungen die Privatsphäre und Vertraulichkeit in Zusammenhang HIV und Aids gewahrt werden müssen.

"Ich fordere Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftsminister auf, gemeinsam nationale Arbeitsplatzkampagnen für die Solidarität mit Personen, die mit HIV leben zu starten", meint Mückstein und ergänzt: "Es darf jedoch von keinem Arbeitnehmer und von keiner Arbeitnehmerin verlangt werden etwa beim Einstellungsgespräch den HIV-Status bekanntzugeben."

apa.at

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