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APA-Artikel 27. November 2013

Deutsches Kartellamt prüft Rhön-Übernahme auch für Medizintechnik-Markt

Das Bundeskartellamt nimmt den Übernahme-Deal um das Rhön-Klinikum genauer unter die Lupe. Käufer Fresenius muss mit dem umstrittenen Milliarden-Geschäft länger warten als zunächst geplant.

Das Bundeskartellamt untersucht den umstrittenen Verkauf eines Großteils der Rhön-Kliniken auf die Auswirkungen für den Markt mit Medizinprodukten. Der bedeutende Hersteller Fresenius will die Rhön-Häuser in seine Krankenhaustochter Helios einbinden. Dagegen leistet der Medizintechnik-Konkurrent und Rhön-Großaktionär B.Braun erbitterten juristischen Widerstand.

Bis Ende Februar solle auch geprüft werden, ob mit der bislang größten Übernahme auf dem privaten Krankenhaussektor regionale Monopole oder eine zu starke Position gegenüber den Krankenkassen entstehen könnten, teilten die Wettbewerbshüter am Mittwoch mit. Das Kartellverfahren muss jedoch abgewartet werden.

Nachdem die Komplettübernahme des gesamten Rhön-Konzerns zunächst gescheitert ist, will Fresenius für rund drei Milliarden Euro 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungsunternehmen von den Franken übernehmen. Das entspricht etwa zwei Drittel des bisherigen Rhönkonzerns. Mit der Übernahme entstünde der mit Abstand größte private Krankenhausbetreiber Deutschlands mit einem Umsatz von etwa 5,5 Milliarden Euro.

Der mit rund 14 Prozent Aktienanteil größte Rhön-Anteilseigner B. Braun klagt beim Landgericht Schweinfurt gegen das Geschäft, weil er seine Aktionärsrechte verletzt sieht. Das Familienunternehmen fürchtet auch um Aufträge beispielsweise für Infusionslösungen, Dialyseprodukte oder allgemeine Medizintechnik. Fresenius ist auf den meisten Feldern harter Konkurrent der Nordhessen.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte nach einer Mitteilung, Ziel der Behörde sei es, "wettbewerbliche Strukturen zum Wohle des Patienten aufrecht zu erhalten". Die geplante Übernahme werde deshalb vom Bundeskartellamt sehr sorgfältig untersucht. Dies gelte für regionale Überschneidungen im Bereich der stationären Krankenhausversorgung, aber auch für die Nachfrageseite gegenüber den Krankenkassen.

apa.at

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