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APA-Artikel 26. November 2013

Private Kur- und Rehabetriebe haben nun gemeinsamen Kollektivvertrag

Ab jetzt gibt es für die privatwirtschaftlich betriebenen Kur- und Rehabetriebe in ganz Österreich auch auf der Kostenseite vergleichbare Wettbewerbsbedingungen: Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich erstmals auf einen Kollektivvertrag (KV) geeinigt. Während bisher nur die Bezahlung der Sozialversicherungen landesweit gleich war, sind damit künftig auch die Gehälter einheitlich geregelt.

Fünf Jahre wurde verhandelt, mehrmals sei man am Rande eines Scheiterns gestanden, sagten Willibald Steinkellner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida sowie WKÖ-Fachverbandsobmann Julian Hadschieff am Dienstag anlässlich der Unterzeichnung des neuen KV. Nun können aber beide Seiten mit dem Ergebnis leben. 110 Betriebe mit rund 15.000 Beschäftigten in 75 Kurorten, insbesondere "einigen Tausend" medizinischen Masseuren und Therapeuten, fallen unter den KV. Die größte Gruppe sind die medizinischen Masseure, die künftig mit 1.478,87 Euro monatlich einsteigen. Betreut werden jährlich etwa 250.000 Patienten.

Über die Arbeitszeiten gab es nur wenig Diskussionen, denn beide Seiten sind sich einig, dass die Dienstleistung am Patienten entscheidet. Außerdem sind die Betriebe standorttreu. Bisherige Überzahlungen bleiben bestehen, alle zwei Jahre ist ein Gehaltssprung vorgesehen (Biennien). Der KV gilt vom 1. Dezember bis 30.9.2014.

Bisher zahlte jeder Betrieb "was er glaubte zu können und zu müssen", so Steinkellner, was zu einem gewissen West-Ost-Gefälle bei den Löhnen geführt habe. Er freut sich darüber, dass nun "ein weißer Fleck in der KV-Landschaft getilgt" sei. Die Leitbetriebe haben allerdings auch jetzt schon in dieser Größenordnung entlohnt, schränkte Hadschieff ein. Nachdem auch die Leistungsabgeltung durch die Sozialversicherung durch alle gleich sei, gebe es "eine gewisse Logik", dass auch die Löhne österreichweit gleich sind. Nun werde es noch mehr als bisher auf gute Qualität des Angebots ankommen, damit die Betriebe volle Auslastung erreichen.

apa.at

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